2008.05.06 Neuss : Rostock mit einem Bein in Liga zwei

Nach einem 0:3 am 32. Spieltag bei Hannover 96 steht Hansa Rostock vor dem erneuten Abstieg in die 2. Bundesliga. Derzeit liegen fünf Punkte zwischen Hansa und dem rettenden Ufer.

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Jiri Stajner alleine gegen die Hansa-Akteure Stein (r.) und Rahn (m.)

Hansa Rostock ist im Abstiegskampf der Bundesliga wohl nicht mehr zu retten. Die Mannschaft von Trainer Frank Pagelsdorf kassierte mit dem 0:3 (0:1) bei Hannover 96 drei Spieltage vor Saisonende die vielleicht schon entscheidende Niederlage und hat nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt. Für das Tabellenschlusslicht war es die vierte Pleite in Folge und die siebte Niederlage in den letzten acht Begegnungen.

Dagegen setzte Hannover seinen Aufwärtstrend fort und rückte sogar für mindestens 24 Stunden auf Platz sieben vor. Durch Tore von Hanno Balitsch (19.) und Jan Rosenthal (47., 87.) dürfen die seit fünf Partien ungeschlagenen "96er" weiter Richtung UI-Cup schielen und damit auf die Teilnahme am internationalen Geschäft der kommenden Saison hoffen.

Vor 35.453 Zuschauern boten die zum Siegen verdammten Rostocker einfach zu wenig, um ihre vagen Chancen auf den Klassenerhalt ernsthaft am Leben zu erhalten. Zwar bemühte sich Hansa von Beginn an mitzuspielen, offenbarte jedoch deutliche Schwächen im Aufbau. Die wenigen Torchancen entsprangen eher dem Zufall als einem gradlinigen Offensivspiel.

Dennoch hatten die Gäste die erste Großchance der Begegnung, als Kapitän Enrico Kern völlig frei vor 96-Torwart Robert Enke auftauchte, den Ball jedoch neben das Tor schoss (4.). Die Gastgeber kamen erst nach knapp zehn Minuten besser ins Spiel, diktierten das Geschehen aber zusehends mehr. Die erste Chance zur Führung vergab zunächst Stürmer Mike Hanke, der sich zwar schön im Strafraum durchsetzte, dann aber Hansa-Keeper Jörg Hahnel anschoss (10.). In der Mitte wäre der mitgelaufene Jiri Stajner frei gewesen.

Besser machte es kurze Zeit später Balitsch, der davon profitierte, dass Hahnel nach der Abwehr eines Kopfballs von Stajner am Boden lag und er den Ball nur noch ins leere Tor einköpfen musste. Die Chance zum Ausgleich vergab nach einer halben Stunde erneut Kern, als er nach schöner Vorarbeit von Djordjije Cetkovic aus zwölf Metern über das von Enke verlassene Tor schoss.

Nicht einmal 120 Sekunden nach der Pause sorgte dann der für Balitsch eingewechselte Rosenthal für die Vorentscheidung. Der Stürmer nutzte seine erste Chance nach erneuter Vorarbeit von Stajner und ließ Hahnel mit einem Flachschuss keine Abwehrmöglichkeit. Per Kopf gelang Rosenthal dann kurz vor Schluss noch sein zweiter Treffer, nachdem zuvor Hanke (62.) eine gute Möglichkeit vergeben hatte.