2008.05.07 Neuss : Deutschland-Achter will Medaille in Peking

Der Deutschland-Achter hat als Minimalziel für die Olympischen Spiele in Peking eine Medaille im Blick. Der letzte Olympiasieg der Ruderer liegt bereits 20 Jahre zurück.

mhi
Deitschland-Achter soll bei Olympia endlich wieder jubeln

Eine Medaille soll es bei den Olympischen Spielen in Peking (8. bis 24. August) für den Deutschland-Achter geben. Dies hat Bundestrainer Dieter Grahn bei der Präsentation des Flaggschiffs des Deutschen Ruderverbandes (DRV) in Dortmund als Minimalziel formuliert: "Alles andere wäre eine Enttäuschung", sagte Grahn. Zuletzt hatte der Achter vor zwölf Jahren in Atlanta mit der Silbermedaille olympisches Edelmetall gewonnen. Der letzte Olympiasieg liegt bereits 20 Jahre (1988 in Seoul) zurück.

Grahn setzt im "Generationenboot" mit einem Altersschnitt von 26,1 Jahren für die Sommerspiele auf eine Mischung aus Erfahrung und Jugend. Nach den enttäuschenden Ergebnissen bei den Kleinbootmeisterschaften in Leipzig wurde das Großboot im Gegensatz zum Gewinn der Vize-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr in München auf drei Rollsitzen verändert. Jochen Urban (Krefeld), Sebastian Schmidt (Mainz) und Philipp Naruhn (Halle/Saale) ersetzen Jan Tebrügge (Osnabrück), Ulf Siemes (Oberhausen) und Jörg Dießner (Dresden). "Am Anfang hatte ich natürlich Respekt, aber jetzt sind wir schon ganz gut eingefahren", meinte der 23-jährige Schmidt.

Mehr Technik statt Masse im Boot

Grahn hat sich die Veränderung in seinem Team, das 2006 erstmals seit elf Jahren wieder Weltmeister geworden war, nicht leicht gemacht. "Eigentlich baut man so eine Mannschaft über vier Jahre auf. Aber dann stimmten die Ergebnisse nicht. Im Leistungssport muss man eben Leistung bringen, da kann man sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen", erklärte der Bundestrainer, für den Peking der letzte Höhepunkt seiner im Frühjahr 2009 endenden Tätigkeit wird.

Die wichtige Position des Schlagmanns hat Grahn unverändert gelassen. Routinier Bernd Heidicker (Wanne-Eickel) genießt sein Vertrauen. "Die letzten Jahre war mehr Masse im Boot, jetzt überwiegt die Technik", so Heidicker über die Crew, deren Hauptkonkurrenten in Peking Weltmeister Kanada, Olympiasieger USA und der WM-Dritte Großbritannien sein dürften.

"Von Sieg zu Sieg bis zum letzten Rennen"

Der erste Härtetest der Saison steht bereits beim am Donnerstag in München beginnenden Weltcup (bis 11. Mai) an. Danach folgen die Weltcups in Luzern (30. Mai bis 1. Juni) und Posen (20. bis 22. Juni). "München ist die erste Standortbestimmung. Da wird schon scharf geschossen. Aber ich traue der Mannschaft viel zu", sagte Steuermann Peter Thiede, der in seine 16. Saison geht und für den Saisonhöhepunkt in Peking eine klare Vorstellung hat: "Von Sieg zu Sieg fahren und auch das letzte Rennen gewinnen."

Die Mannschaft des Achters: Bernd Heidicker (Wanne-Eickel/Schlagmann), Philipp Stüer (Münster), Thorsten Engelmann (Berlin), Sebastian Schulte (Wiesbaden), Jochen Urban (Krefeld), Philipp Naruhn, Florian Eichner (beide Halle/Saale), Sebastian Schmidt (Mainz), Steuermann: Peter Thiede (Dortmund).