2008.05.07 Neuss : Neid mahnt DFB-Frauen zur Konzentration

Der Durchmarsch ist zum Greifen nah: Dennoch fordert Deutschlands Bundestrainerin Silvia Neid ihr Team vor dem sechsten EM-Qualifikationsspiel auf, konzentriert zu spielen.

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Bundestrainerin Silvia Neid

Für Weltmeister Deutschland ist der Durchmarsch zur EM-Endrunde 2009 in Finnland in greifbarer Nähe. Lediglich ein Sieg fehlt dem Team von DFB-Trainerin Silvia Neid vor dem heutigen sechsten Qualifikationsspiel (17.20 Uhr/live in der ARD) in Eupen gegen Belgien. Dennoch tritt die 44-Jährige wie gewohnt auf die Euphoriebremse und mahnt zur Konzentration. "Wir haben beim 3:0 im Hinspiel in Lübeck gesehen, wie kompakt die Belgierinnen stehen und auf Konter lauern. Da braucht man sehr viele Ideen", sagte Neid, die sich mit ihrer Mannschaft in Aachen vorbereitet.

Trotz der höflichen Respektbekundung spricht alles für die sechsmaligen Europameisterinnen. Mit einer makellosen Bilanz von 15 Punkten aus fünf Spielen führt die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die Gruppe 4 vor Belgien (10 Punkte) an und wäre mit einem weiteren Dreier nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. Zudem wurde das Hinspiel überlegen gewonnen.

Lingor-Ausfall wiegt schwer

"Unsere klare Marschroute sind drei Punkte", sagte Neid. "Ich hoffe auf eine schöne Stimmung mit vielen deutschen Fans." Schließlich liegt Eupen nur 15 Kilometer hinter der deutsch-belgischen Grenze. Bei der vorzeitigen Qualifikation könnte die frühere Nationalspielerin die nächste Partie gegen Wales am 29. Mai in Kassel bereits für die erweiterte Olympia-Vorbereitung nutzen.

So gut gelaunt Neid vor dem ersten Pflichtspiel des Jahres auch ist, beim Gedanken an die schwere Schulterverletzung von Lenkerin und Denkerin Renate Lingor wird sie schnell ernst. "Ihr Ausfall wirkt sehr schwer. Sie ist eine Spielerin für die entscheidenden Pässe und coacht die jungen Spielerinnen", erklärte Neid, die bereits die 24-jährige Jennifer Zietz (Turbine Potsdam) nachnominiert hat.

Völlig entspannt richtet sich der Blick von Neid auf die Torwartposition. Silke Rottenberg verzichtet wegen einer leichten Fußblessur auf den geplanten Einsatz und wird stattdessen gegen Wales spielen - doch in Nadine Angerer steht die Nummer eins bei der letzten WM-Endrunde in China bereit. Das Duell um die Position als Stammtorhüterin ist trotz Angerers überragender Leistung beim WM-Triumph wieder offen. "Das hat sich Silke einfach verdient, sie hat über ein Jahrzehnt Weltklasseleistungen gezeigt", sagte Neid.

Garefrekes, Bresonik und Bajramaj zurück im Team

Die Trainerin kann in Eupen wieder auf die zuletzt verletzten Leistungsträgerinnen Kerstin Garefrekes (1. FFC Frankfurt), Linda Bresonik (SG Essen-Schönebeck) und Fatmire Bajramaj (FCR Duisburg) zurückgreifen.

Nach über einem Jahr Pause gibt Celia Okoyino da Mbabi (SC Bad Neuenahr) ihr Comeback in der Auswahl. "Es deutet alles darauf hin, dass sie zum Einsatz kommt. Ob von Beginn an, werden wir sehen", sagte Neid zu den Chancen der 19-Jährigen, die die WM aufgrund einer Verletzung verpasst hatte.