2008.05.08 Neuss : DFB-Präsident mahnt Vereine zum Kampf gegen Gewalt

Theo Zwanziger fordert mehr Zivilcourage gegen Rassismus und Gewalt. Die Vereine seien aufgefordert, mehr Verantwortung im Kampf gegen die "Wirrköpfe" zu zeigen.

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Theo Zwanziger fordert Bekenntnis gegen Rassismus

Der DFB-Präsident ruft in der Mitteldeutschen Zeitung zu verstärktem Kampf gegen Rassismus und Gewalt auf. Die Fußball-Vereine seien besonders gefordert, eine eindeutige Position gegen Gewalttaten einzunehmen. "Vereine müssen Wissen und Bildung vermitteln. Wir müssen den Kampf gegen Wirrköpfe konsequent mit Zivilcourage führen", sagte Dr. Theo Zwanziger.

An die Vereine gerichtet stellte Zwanziger klar: "Zu uns sollen nur diejenigen gehören, die das vorleben und sich für dieses Bekenntnis einsetzen. Um es klar zu sagen: Vereine, die sagen, ich kann ja nichts dafür, sind falsch bei uns, weil du so das Problem nicht lösen kannst. Man kann nicht den Verein reduzieren auf die Sportausübung. Ein Verein, der Sport ausübt, ist auch verantwortlich für das Umfeld."

Zwanziger reagierte damit auch auf harsche Kritik der Klubführung des Oberligisten Hallescher FC. Der Klub war nach antisemitischen Fan-Rufen beim Spiel am 29. März gegen Carl Zeiss Jena II unter anderem mit einem Abzug von drei Punkten bestraft worden.

Zwanziger rechtfertigt die Strafe: "Wir können die Glaubwürdigkeit unseres Bemühens nur dadurch darstellen, indem in den sportlichen Wettbewerb eingegriffen wird. Man kann nicht sagen: Ich habe gewonnen, auch wenn ich dort oben 'Juden-Jena'-Rufe höre. Diese Rufe machen den Sport kaputt - und das dürfen wir uns nicht gefallen lassen. So klar ist das."