2008.05.08 Neuss : "Perfekter Tag" für Fabian Hambüchen

Fabian Hambüchen hat bei den Kunstturn-Europameisterschaften vier Gerätefinals erreicht und auch die deutsche Riege im Medaillenrennen gehalten. "Ein perfekter Tag", so Hambüchen.

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Fabian Hambüchen

Spektakuläre "One-Man-Show" von Fabian Hambüchen: Der Reck-Weltmeister hat die deutsche Riege zum Auftakt der europäischen Titelkämpfe in Lausanne souverän ins Mannschafts-Finale am Pfingstsamstag (14.00 Uhr) geführt und für sich selbst weitere Medaillenchanchen am Boden, beim Sprung, an Barren und am Reck gewahrt. Dort qualifizierte sich auch Robert Weber aus Ehmen für die Entscheidung am Pfingstsonntag (16.30 Uhr/live im ZDF).

Dank seines "Vorturners" konnte das Quintett des Deutschen Turner-Bundes (DTB) bei der Qualifikation im Palais von Malley Rang drei bei den letztjährigen Weltmeisterschaften in Stuttgart eindrucksvoll bestätigen. Die Mannschaft von Bundestrainer Andreas Hirsch sammelte 268,000 Punkte und lag damit nach sechs Geräten nur hinter den überlegenen Russen (273,175), aber noch vor der Ukraine (267,025).

"Das war ein perfekter Tag, ich habe alle meine Ziele erreicht", sagte Deutschlands "Sportler des Jahres" nach seiner grandiosen Leistung. Noch nie zuvor hatte Hambüchen bei einem internationalen Championat gleich vier Gerätefinals erreichen können.

Weltklasseübungen in Serie

Ungeachtet seiner leichten Blessuren am rechten Fuß und am Ringfinger der linken Hand spulte der 20-Jährige von der TSG Niedergirmes Weltklasseübungen in Serie ab. Dabei ging er am "Königsgerät", wo er am Pfingstsonntag (16.30 Uhr) seinen EM-Titel verteidigen will, noch längst nicht volles Risiko, sondern begnügte sich mit einem Ausgangswert von 7,0 Punkten. Bei der Entscheidung ist eine A-Note von 7,3 Zählern angepeilt.

Doch der Hesse räumte auch ein, dass er in der olympischen Hauptstadt am Genfer See das allerletzte Risiko im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Peking scheuen wird: "Die EM ist ein wichtiger Wettkampf, aber es ist auch wichtig, gesund zu bleiben." DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam war insbesondere von der geschlossenen Mannschaftsleistung sehr angetan: "Das Team ist auf einem sehr guten Weg und hat mit noch schwierigeren Übungen bewiesen, dass die Erfolge von Stuttgart keine Zufälle waren."

Knapp am Endkampf am Boden vorbei turnte der Unterhachinger Marcel Nguyen. Nguyen hatte sich darüber hinaus insbesondere am Barren gute Finalmöglichkeiten ausgerechnet, doch ein Aufsitzer auf den Holmen warf den 20-Jährigen an seinem Lieblingsgerät weit zurück.

Probleme am Barren

Ein noch besseres Ergebnis verdarb sich das DTB-Team, das nach dem ersten Durchgang sogar in Führung gelegen hatte, am Barren, wo neben Nguyen auch der Berliner Philipp Boy patzte. Hinzu kam ein Absteiger von Weber am Seitpferd. Im Rahmen seiner Möglichkeiten blieb vor 2500 Zuschauern Robert Juckel aus Cottbus, besonders mannschaftsdienlich turnte der Lausitzer am Seitpferd.

Die europäischen Titelkämpfe werden am Freitag (10.00 Uhr) mit dem Mannschafts-Wettbewerb der Junioren fortgesetzt.