2008.05.08 Neuss : Stadionumbau in Stuttgart beschlossene Sache

Dem Umbau des Gottlieb-Daimler-Stadions in eine Multifunktionsarena steht nichts mehr im Wege. Zudem wird das Stadion bereits im Sommer in Mercedes-Benz-Arena umbenannt.

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Das Gottlieb-Daimler-Stadion

Bundesligist VfB Stuttgart hat am Donnerstag Grünes Licht zum Umbau seines Stadions in eine multifunktionale Arena erhalten. Der Gemeinderat der baden-württembergischen Landeshauptstadt stimmte in einer öffentlichen Sitzung im Rathaus zudem der Umbennenung des Gottlieb-Daimler-Stadions in Mercedes-Benz-Arena zu. Sie soll am 30. Juli 2008 im Rahmen eines Testspiels gegen den 13-maligen englischen Meister FC Arsenal vollzogen werden.

Baubeginn im Mai kommenden Jahres

Der Baubeginn ist für Mai 2009 vorgesehen, die Fertigstellung soll im Juli 2011 erfolgen. Im Rahmen des Umbaus wird das Spielfeld abgesenkt, die Tribünen in den Kurvenbereichen abgetragen und als Hintertortribünen neu errichtet sowie die Dachkonstruktion entsprechend angepasst. Zusätzlich wird im Bereich der bisherigen Untertürkheimer Kurve eine Sporthalle in den Tribünenkörper integriert. Während der Umbauphase wird die Mercedes-Benz-Arena über ein Fassungsvermögen von 39.000 Zuschauern verfügen, nach dem Umbau werden 55.000 Besucher Platz finden.

Die Vereinsführung um Präsident Erwin Staudt und Vorstand Ulrich Ruf zeigte sich im Anschluss an die Sitzung sehr zufrieden. "Das ist eine historische Entscheidung für den Sport in Stuttgart im Allgemeinen und für den VfB Stuttgart im Besonderen. Der Umbau des Stadions ist für unseren Verein von zukunftsweisender und existenzieller Bedeutung, und wir freuen uns sehr, dass die Entscheidungsträger den vorgelegten Plänen zugestimmt haben", sagte Staudt.

"Wir haben in den vergangenen Monaten und Jahren akribisch und zielgerichtet auf den heutigen Tag hingearbeitet, jetzt gehen wir mit großem Engagement und großer Vorfreude an die Umsetzung. Ich danke allen, die dazu beigetragen haben, dass die Mercedes-Benz Arena Wirklichkeit wird", ergänzte Staudt.

"Alle Beteiligten profitieren"

VfB-Vorstand Ulrich Ruf berichtete von "intensiven Gesprächen mit den verantwortlichen Stellen der Stadt Stuttgart und der Daimler AG", in denen man ein ganzheitliches Konzept für den gesamten Neckarpark mitentwickelt und vorangetrieben habe, "von welchem alle Beteiligten profitieren".

Über die Kosten für den Umbau machte der VfB oder die Stadt keine Angaben. Die Bild-Zeitung hatte vor der Entscheidung berichtet, dass der Grundsatzbeschluss des Gemeinderats für insgesamt rund 93 Millionen Euro wegen einer drohenden Kostenexplosion auf der Kippe gestanden haben soll. Der Stadt, die sich mit 60 Millionen Euro an dem Umbau beteiligen soll, drohen offenbar erhebliche Mehrkosten.

Neben der Dachkonstruktion bereitet den Experten vor allem die Absenkung des Spielfeldes Sorgen, da unter dem Rasen die Mineralquellen von Bad Cannstatt sprudeln. Um eine Versumpfung des Rasens zu verhindern, muss angeblich eine riesiges Auffangbecken für bis zu 50 Millionen Euro gebaut werden.