2008.05.11 Neuss : Deutschland-Achter sucht noch nach Olympiaform

Der Deutschland-Achter hat sich beim Weltcup in München mit Rang vier noch nicht in Olympiaform präsentiert. Insgesamt acht Podiumsplätze sprangen für den DRV heraus.

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Nur Rang vier für den Deutschland-Achter

Der Deutschland-Achter ist beim Ruder-Weltcup in München hinter den Erwartungen zurückgeblieben und musste sich knapp drei Monate vor den Olympischen Spielen in Peking mit Platz vier begnügen. Das neu formierte Vize-Weltmeisterboot musste sich bei schwierigen Windverhältnissen Australien, dem WM-Dritten Großbritannien und China geschlagen geben.

"Das war nicht unser wahres Leistungsvermögen. Wir haben noch viel Arbeit vor uns", sagte Bundestrainer Dieter Grahn, der kurzfristig auf Jochen Urban (Krefeld) wegen einer Kapselverletzung im rechten Handgelenk verzichten musste. Seinen Platz im Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) nahm der erst 19 Jahre alte Junioren-Weltmeister Felix Drahotta (Rostock) ein.

"Das war ein chaotisches Wochenende. Wir hatten uns höhere Ziele gesetzt. Die Olympia-Saison macht nervös, wir dürfen uns nicht aus der Ruhe bringen lassen", meinte Schlagmann Bernd Heidicker (Wanne-Eickel).

Insgesamt legte der DRV einen ordentlichen Start ins Olympia-Jahr hin. In den 14 olympischen Klassen gab es bei zwölf Finalteilnahmen einen Sieg durch die WM-Dritten Berit Carow/Marie-Louise Dräger (Hamburg/Rostock) im Leichtgewichts-Doppelzweier, vier zweite und drei dritte Plätze.

"Die Regatta ist aber kaum aussagefähig. Von Bahn zu Bahn waren die Windbedingungen immer schlechter. Insgesamt kann man aber sagen, dass unsere Maßnahmen nach der WM gegriffen haben. Die Mannschaft wird sich weiterentwickeln. Wir haben noch Reserven", erklärte Sportdirektor Michael Müller.

Auch Marcel Hacker sucht noch

Seine Bestform sucht auch noch Marcel Hacker. Der deutsche Meister verpasste im Einer eine Top-Platzierung. Der Frankfurter musste sich auf seiner Heimatstrecke wie schon im vergangenen Jahr bei der WM weit abgeschlagen mit Platz fünf begnügen.

"Auf den Bahnen eins bis drei hatte man bei den Bedingungen keine Chance", meinte Hacker, der im Ziel knapp 15 Sekunden hinter dem britischen Sieger Alan Campbell lag. Im Halbfinale habe er sich verzockt. Da hätte er auf Sieg fahren müssen, um eine andere Bahn zu haben, so der 31-Jährige.

Die Europameisterinnen Lenka Wech/Maren Derlien (Saarbrücken/Hamburg) fuhren im Zweier ohne Steuerfrau hinter den starken Chinesinnen You Wu/Yulan Gao als Zweite aufs Treppchen. Zweiter wurde auch der Doppelzweier der Männer, nachdem Clemens Wenzel/Falko Nolte (beide Potsdam) einen starken Schlussspurt gezeigt hatten. Ebenfalls auf dem Ehrenrang landeten der Doppelvierer der Frauen um die viermalige Olympiasiegerin Kathrin Boron (Potsdam) und der Männer-Doppelvierer.

Dritte hinter zwei Booten aus China wurden Ann-Katrin Thiele/Christiane Huth (Leipzig/Potsdam) im Doppelzweier. Rang drei gab es für den neu gebildeten Vierer ohne Steuermann. Auch der Leichtgewichts-Vierer der Männer ruderte auf den Bronzerang. Ebenso wie im Frauen-Einer muss sich der DRV in dieser Bootsklasse Mitte Juni bei der Olympia-Qualifikation im polnischen Posen noch das Peking-Ticket sichern. In zwölf Bootsklassen haben deutsche Boote, die in Athen 2004 zweimal Gold und zweimal Silber gewannen, ihre Teilnahme bereits sicher.