2008.05.11 Neuss : Massa holt sich in Istanbul die Pole

Die Ferrari sind beim Großen Preis der Türkei ihrer Favoritenrolle nur teilweise gerecht geworden. Felipe Massa fuhr im Qualifying auf Platz eins, Kimi Räikkönen ist Vierter.

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Nick Heidfeld fuhr als einziger Deutscher unter die besten Zehn

Nach einem turbulenten Qualifying geht Felipe Massa beim Großen Preis von Istanbul (Türkei) von der Pole Position ins Rennen. Der Brasilianer fuhr mit einer Zeit von 1:27:617 dem Rest des Feldes davon. Nick Heidfeld enttäuschte an seinem 31. Geburtstag im Schatten von Istanbul-Spezialist Massa auf Platz neun. Hinter dem Brasilianer lauern zwei Mercedes-Silberpfeile mit dem genesenen Unfallopfer Heikki Kovalainen auf Platz zwei auf ihre Siegchance im fünften Formel-1-Saisonrennen am Sonntag (14 Uhr MESZ/live bei Premiere und RTL).

"Ich bin zum dritten Mal für Ferrari hier und bin zum dritten Mal auf Startplatz eins gefahren - das macht mich glücklich", sagte Massa nach der elften Pole Position seiner Karriere: "Jetzt will ich auch zum dritten Mal in Serie in Istanbul gewinnen. Ich liebe diese Strecke." In 1:27,617 Minuten schnappte er in letzter Sekunde Kovalainen (1:27,818) die Bestzeit weg, der als Zweiter trotzdem erstmals in seiner Karriere in der ersten Startreihe steht.

Kovalainen: "Das ist wie ein Achterbahnfahrt für mich"

"Das ist wie eine Achterbahnfahrt für mich. Vor zwei Wochen hatte ich den schweren Unfall in Barcelona. Vielleicht war es ja gut, dass mir der Kopf durchgeschüttelt worden ist", meinte der Finne grinsend: "Aber die Pole Position wäre natürlich noch besser gewesen." Sein Teamkollege Lewis Hamilton (Großbritannien/1:27,923) landete auf Platz drei. Mercedes-Sportchef Norbert Haug schaut optimistisch aufs Rennen: "Ein prima Einstand für Heikki nach Barcelona und Lewis einen Platz dahinter - das ist eine gute Basis."

WM-Spitzenreiter und Weltmeister Kimi Räikkönen (Finnland) landete im zweiten Ferrari auf Platz vier vor BMW-Pilot Robert Kubica. Der Pole lag auch im fünften Qualifying der Saison vor Heidfeld (1.28,882), dem ein Schnitzer auf seiner letzten schnellen Runde ein deutlich besseres Resultat kostete: "Natürlich bin ich mit Platz neun nicht zufrieden. Ich habe einen Fehler gemacht, aber ich bin optimistisch, dass ich im Rennen weiter nach vorn fahren kann."

Ständchen für Nick Heidfeld

Am Vormittag hatte Heidfeld noch ein Ständchen vom BMW-Team bekommen, anschließend servierte der Deutsche den "Sängern" ein Stück Kuchen. "Was, Nick ist schon 31? Ich hätte nie gedacht, dass er schon so alt ist", meinte Kollege Hamilton grinsend. Immerhin war der sichtlich frustrierte Heidfeld wieder bester Deutscher, denn Williams-Pilot Nico Rosberg (Wiesbaden) verpasste als Elfter den Sprung unter die Top Ten.

Sebastian Vettel (Heppenheim) landete im Vorjahresauto auf einem starken 14. Platz - sein neuer Toro Rosso feiert erst beim nächsten Rennen in Monaco seine Premiere. Sein Hauptziel ist nun, im fünften Rennen endlich das erste Mal die Zielflagge zu sehen. Timo Glock (Wersau) startet hinter ihm von Position 15 die Jagd nach seinen ersten Punkten für Toyota. Im Qualifying verhinderte eine gebrochene Vorderradaufhängung den anvisierten Platz unter den Top Ten.

Den 20. und letzten Platz belegte erneut Adrian Sutil (Gräfelfing) im Force-India-Ferrari. In der Startaufstellung wird er aber auf Rang 19 stehen, weil sein erneut schnellerer Teamkollege Giancarlo Fisichella (Italien) im Training trotz einer roten Ampel auf die Strecke gefahren war und dafür mit einer Strafe belegt wurde.

Räikkönen führt vor dem fünften Saisonlauf mit 29 Punkten vor Hamilton (20) und Kubica (19). Hinter Massa (18) belegt Heidfeld (16) derzeit als bester Deutscher Platz fünf.