2008.05.11 Neuss : Massa triumphiert in Istanbul vor Hamilton

Felipe Massa hat den Großen Preis der Türkei gewonnen. Der Ferrari-Pilot siegte vor Lewis Hamilton im Mercedes und Kimi Räikkönen. Bester Deutscher war Nick Heidfeld auf Rang fünf.

janat1
Massa hat die Nase vorn vor Hamilton

Türkei-Spezialist Felipe Massa hat Ferrari den vierten Erfolg in Serie beschert. Der "König vom Bosporus" schaffte nach spannendem Zweikampf mit Silberpfeil-Pilot Lewis Hamilton den persönlichen Sieg-Hattrick in Istanbul. Weltmeister Kimi Räikkönen behauptete im zweiten Ferrari als Dritter die WM-Spitze, während BMW-Pilot Nick Heidfeld einen Tag nach seinem 31. Geburtstag als bester Deutscher auf Platz fünf landete.

Heidfeld und Rosberg in den Punkten

Der Brasilianer Massa siegte nach 58 Runden im kühlen "Istanbul Park" wie in den beiden Vorjahren und hatte beim insgesamt siebten Formel-1-Sieg seiner Karriere 3,7 Sekunden vor Hamilton. Heidfeld kam hinter seinem viertplatzierten Teamkollegen Robert Kubica (Polen) mit 38,7 Sekunden Rückstand ins Ziel.

Nico Rosberg (Wiesbaden) holte nach einem starken Rennen im Williams als Achter einen WM-Punkt. Timo Glock (Wersau) wartet nach Rang 13 weiter auf seine ersten WM-Zähler für Toyota. Adrian Sutil (Gräfelfing) wurde im Force India 16. Sebastian Vettel (Heppenheim) schaffte es im Vorjahres-Toro-Rosso als 17. erstmals in dieser Saison ins Ziel.

In der Fahrer-WM führt Räikkönen nach 5 von 18 Rennen mit 35 Punkten vor Massa und Hamilton (jeweils 28). Heidfeld belegt mit 20 Zählern Platz fünf. In der Markenwertung baute Ferrari mit 63 Zählern die Führung vor BMW (44) aus. "Das war ein großartiges Rennen und eine klasse Leistung von Lewis", meinte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Das Rennen hatte mit einen spektakulären Crash im Hinterfeld begonnen. Force-India-Pilot Giancarlo Fisichella (Italien) krachte in den Williams von Kazuki Nakajima und flog mit seinem Boliden über den des Japaners hinweg. Beide blieben zum Glück unverletzt, mussten allerdings aufgeben. Der vor zwei Wochen noch schwer verunglückte Mercedes-Pilot Heikki Kovalainen musste nach einer Berührung mit seinem finnischen Landsmann Räikkönen in die Box und büßte nach Platz zwei im Qualifying alle Chancen auf einen Podestplatz ein.

An der Spitze verteidigte Massa, der in Istanbul zum dritten Mal in Folge auf die Pole Position gefahren war, souverän seine Spitzenposition. Hamilton verbesserte sich von drei auf zwei, Heidfeld von neun auf sieben.

Massa und Hamilton auf Augenhöhe

Nach einer kurzen Safety-Car-Phase entwickelte sich an der Spitze ein spannender Zweikampf auf Augenhöhe zwischen Massa und Hamilton. Durch die erste Runde der Boxenstopps kam Heidfeld dank kluger Strategie auf Position fünf nach vorn.

In Runde 24 zog Hamilton nach spektakulärem Überholmanöver und einer Fast-Kollision an Massa vorbei. Der Brite fuhr bis zum zweiten Boxenstopp einen Vorsprung von acht Sekunden heraus. Das reichte jedoch nicht, denn der mit einer riskanten Dreistopp-Strategie fahrende Vize-Weltmeister musste einmal mehr stoppen als Sieger Massa.

Der Brasilianer Rubens Barrichello kam in seinem Rekordrennen nur auf Platz 14 im Honda. Der ehemalige Teamkollege von Michael Schumacher fuhr nach eigener Rechnung seinen 257. Grand Prix und übertraf damit Riccardo Patrese (Italien) in der Zahl der meisten Einsätze. Der "ewige Zweite" Barrichello: "Die 300 will ich noch schaffen - und ich träume immer noch davon, Weltmeister zu werden."

Überschattet wurde der Sonntag von einem Unfall im GP2-Rennen, als Bruno Senna bei Tempo 200 einen Hund überfuhr. Der Neffe des im Mai 1994 tödlich verunglückten dreimaligen Formel-1-Weltmeisters Ayrton Senna schied wenige Stunden vor dem Formel-1-Rennen aus, blieb bei dem Zusammenstoß aber unverletzt. Ein zweiter herumirrender Hund flüchtete während einer folgenden Safety-Car-Phase.

Der Automobil-Weltverband FIA ordnete vor dem Formel-1-Rennen an, dass "alle Tore zur Strecke geschlossen und alle weiteren Tiere entfernt werden". Es kam zu keinen weiteren Zwischenfällen. Die Rennstrecke in Istanbul wird von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone betrieben.