2008.05.11 Neuss : THW Kiel von Europas Thron gestoßen

Trotz einer guten Ausgangslage hat der THW Kiel die Titelverteidigung in der Champions League verpasst. Der deutsche Meister verlor das Final-Rückspiel gegen Ciudad Real 25:31.

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Auch Nicolas Karabatic konnte die Niederlage nicht verhindern

Der THW Kiel hat die Krone im europäischen Handball abgeben müssen. Die Mannschaft von Trainer Noka Serdarusic unterlag im Final-Rückspiel Ciudad Real in eigener Halle nach ganz schwacher Vorstellung mit 25:31 (13:15) und verpasste damit die Wiederholung ihres Vorjahreserfolgs. Das Hinspiel in Spanien hatten die "Zebras" eine Woche zuvor noch mit 29:27 für sich entschieden.

Mit der Niederlage im Finale der "Königsklasse" verpasste der THW auch das zweite "Triple" nach 2007. Nach dem Gewinn des DHB-Pokals darf der Titelverteidiger aber immerhin noch auf die deutsche Meisterschaft als zweiten Titel der Saison hoffen, die ihnen zwei Spieltage vor Saisonende kaum noch zu nehmen ist.

Spieler liefern sich Handgemenge

Als die Niederlage bereits feststand, kam es im Kieler Handball-Tempel 40 Sekunden vor dem Ende noch zu tumultartigen Szenen, als Christian Zeitz mit Alberto Entrerrios zusammenstieß und sich die Spieler beider Teams anschließend ein Handgemenge lieferten.

10.250 Zuschauer sahen zuvor eine einen über weite Strecken schwachen THW, der nie an die Leistung aus dem Hinspiel anknüpfen konnte. Nach nervösem Beginn und weiteren Schwächephasen zu Ende der ersten und am Anfang der zweiten Halbzeit fanden die Gastgeber auch in der Schlussphase nicht zu ihrem Spiel und mussten dem Gegner so den zweiten Triumph nach 2006 überlassen. Lediglich Torwart Thierry Omeyer, der sein Team mit einer Reihe glänzender Paraden lange Zeit im Spiel hielt, konnte bei den Norddeutschen wirklich überzeugen.

Ungewohnte Schwächen im Kieler Angriff

Während die Kieler in der Abwehr zeitweilig eine durchaus ansprechende Leistung boten, zeigten sie im Angriff ungewohnte Schwächen. Bezeichnend war, dass kein THW-Spieler als Torschütze wirklich überzeugen konnte. Erfolgreichster Werfer war Vid Kavticnik, der neun Treffer erzielte (davon fünf Siebenmeter). Bei der Millionen-Truppe von Ciudad überragte hingegen der frühere Magdeburger Olafur Stefansson mit zwölf Toren.

Nachdem der THW in der Anfangsphase der Partie ständig in Rückstand gelegen hatte und sein erstes Tor erst nach 5:08 Minuten erzielte, kam das Team erst nach einer Viertelstunde etwas besser ins Spiel. Die erste Führung gelang in der 25. Minute, bis zur Pause lagen allerdings die Iberer wieder mit zwei Toren vorn. Im zweiten Durchgang zogen die Gäste dann zeitweilig sogar mit sechs Treffern davon, sodass Kiel die Partie auch am Ende nicht mehr drehen konnte.