2008.05.12 Neuss : Massa macht Hattrick in Istanbul perfekt

Zum dritten Mal in Folge durfte sich der Brasilianer Felipe Massa in der Formel 1 über den Sieg beim Großen Preis der Türkei freuen. Er ist damit auf den Spuren Michael Schumachers.

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Jubelte in Istanbul zum dritten Mal: Felipe Massa

Felipe Massa hüpfte nach dem Hattrick auf seinen Ferrari, der knapp geschlagene Mercedes-Pilot Lewis Hamilton feierte das beste Rennen seines Lebens. Im Schatten des Titelduells beendete der Mönchengladbacher Nick Heidfeld sein Geburtstagswochenende beim Großen Preis der Türkei auf Platz fünf. Für BMW ist der erste Sieg wieder etwas weiter in die Ferne gerückt, aus dem Dreikampf ist ein "Fall für Zwei" geworden: Rot und Silber bestimmen das Tempo, Weiß-Blau hat am Bosporus den Anschluss verpasst.

"Drei Siege in der Türkei hintereinander - das ist fantastisch. Ich denke, jetzt kann ich einen türkischen Pass bekommen", meinte Massa und machte einen Jubelsprung aufs Siegerpodest: "Den Sieg widme ich meiner Mama zum Muttertag."

Erstes Triple nach Schumacher 2006

Als erster Fahrer nach Lehrmeister Michael Schumacher (USA 2004 bis 2006) gewann er den gleichen Grand-Prix dreimal in Folge. Mit 28 Zählern ist Massa gemeinsam mit Hamilton erster Verfolger seines diesmal drittplatzierten Teamkollegen und Weltmeisters Kimi Räikkönen (Finnland/35): "Ich bin mittendrin im WM-Kampf."

Der vierte Sieg für Ferrari in Serie am Geburtstag von Teamboss Stefano Domenicali war aber der schwierigste, denn die Silberpfeile haben die Lücke zu den Roten geschlossen. In Runde 24 zog Hamilton in einem spektakulären Überholmanöver an Spitzenreiter Massa vorbei, am Ende kostete aber die riskante Dreistopp-Strategie den Sieg für den Briten.

Hamilton: "Das beste Rennen meines Lebens"

"Das war das beste Rennen meines Lebens. Wir hatten definitiv den Speed für einen Sieg", meinte Hamilton, der nach 58 Runden nur 3,7 Sekunden zurücklag. Da staunte auch Massa: "Ich konnte ihn auf der Piste nicht aufhalten, er war verdammt schnell."

Aus Sicherheitsgründen wegen drohender Reifenplatzer hatte sich die Führungsriege der Silberfeile entschieden, einmal mehr als Massa zu stoppen. "Wir wollten nicht in den Grenzbereich gehen, aber wir waren tierisch schnell", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug und rieb sich trotz Platz zwei die Hände.

McLaren will Ferraris Siegesserie in Monaco stoppen

Beim nächsten Rennen am 25. Mai in Monaco, wo sein Rennstall in den vergangenen 10 Jahren fünfmal gewonnen hat, soll die Siegesserie der Roten gestoppt werden: "Wir sind dran und waren in einer eigenen Liga mit Ferrari. Zu BMW ist eine Lücke da."

Das zeigte der 38,7-Sekunden Rückstand von Heidfeld als Fünfter hinter seinem viertplatzierten Teamkollegen Robert Kubica (Polen). "Es war nicht möglich, die beiden Teams da vorn zu attackieren", meinte Heidfeld, der am Samstag seinen 31. Geburtstag feierte.

Der gewünschte Podestplatz als Geschenk war außer Reichweite, trotzdem bleibt BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen mit Blick auf Platz zwei in der Marken-WM (44) hinter Ferrari (63) optimistisch: "Ich sehe das weiter als Dreikampf um die WM, das Ergebnis hängt mit der Streckencharakteristik und der Tagesform zusammen."

Vettel erstmals im Ziel

Von den anderen Deutschen holte nur Nico Rosberg (Wiesbaden) nach einem starken Rennen im Williams als Achter einen WM-Punkt. Timo Glock (Wersau) wartet nach Rang 13 weiter auf seine ersten WM-Zähler für Toyota. Adrian Sutil (Gräfelfing) wurde im Force India 16. vor Sebastian Vettel (Heppenheim), der im Vorjahres-Toro-Rosso erstmals in dieser Saison die Zielflagge sah.

Der vor zwei Wochen schwer verunglückte McLaren-Mercedes-Pilot Heikki Kovalainen (Finnland) musste nach einer Kollision mit seinem finnischen Landsmann Räikkönen in die Box und büßte nach Platz zwei im Qualifying alle Chancen ein: "Ansonsten hätte ich gewonnen." So aber blieb nur Rang zwölf.