2008.05.14 Neuss : THW Kiel zum 14. Mal deutscher Meister

Pokalsieger THW Kiel hat seinen Titel in der Bundesliga erfolgreich verteidigt und sich nach der Enttäuschung in der Champions League mit dem Gewinn des "Doubles" getröstet.

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Meistertitel in der Tasche: Der THW Kiel jubelt zum 14. Mal

Drei Tage nach dem verpassten Sieg in der Champions League hat sich der THW Kiel mit dem 14. Gewinn der deutschen Handball-Meisterschaft getröstet und mit einem Schützenfest das fünfte "Double" der Vereinsgeschichte vorzeitig perfekt gemacht. Der Pokalsieger setzte sich am vorletzten Spieltag der Bundesliga bei Frisch Auf Göppingen in Stuttgart klar mit 43:31 (21:14) durch und ist beim Saisonfinale am Wochenende nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen.

Flensburg und Hamburg lassen Federn

Hinter dem THW folgt der Nordrivale SG Flensburg-Handewitt (54:12 Punkte) nach einer 27:31 (10:16)-Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen mit fünf Zählern Rückstand auf Platz zwei. Die Löwen (50:16) wahrten durch den Erfolg ihre theoretische Chance auf den Einzug in die Champions League, da der HSV Hamburg (52:14) mit 29:31 (17:15) bei EHF-Cup-Sieger HSG Nordhorn unterlag. Das Torverhältnis spricht allerdings für Hamburg (+165) gegenüber den Löwen (+128). Der VfL Gummersbach setzte sich unterdessen im Duell der Altmeister beim TV Grosswallstadt 42:38 (22:17) durch und festigte Rang sechs.

"Die Mannschaft hat Charakter gezeigt"

In Göppingen waren die Kieler unterdessen in Jubelstimmung. "Das war eine super Saison mit der Meisterschaft, dem Pokalsieg und dem Finale in der Champions League. Es ist zwar noch ein bisschen Frust wegen der Niederlage in der Champions League da, aber die Mannschaft hat Charakter gezeigt", sagte THW-Manager Uwe Schwenker.

Vor 6200 Zuschauern in der ausverkauften Stuttgarter Arena besiegelten Nikola Karabatic (9/2 Tore) und Henrik Lundström (7) als beste Kieler Werfer den 29. Sieg der "Zebras" im 33. Bundesligaspiel der Saison und den vierten Meistercoup in Folge. Bereits Minuten vor dem Schlusspfiff der einseitigen Partie bejubelte die Kieler Ersatzbank die Titelverteidigung, nach dem Spielende tanzten die Spieler ausgelassen auf dem Parkett.

25. Titel unter Serdarusic

Coach Noka Serdarusic, der seine Trainerkarriere beim THW nach der nächsten Saison offenbar beenden will, baute seine Titelsammlung seit seinem Amtsantritt 1993 auf nunmehr 25 Trophäen aus. Für Göppingen traf Nikola Manojlovic (10) am besten.

Die Kieler zeigten sich drei Tage nach der bitteren Pleite im Finalrückspiel der Königsklasse gegen das spanische Starensemble von Ciudad Real (25:31) bestens erholt. Nur zu Beginn der Partie offenbarte der Rekordmeister einige Unsicherheit. Doch nach der Einwechslung von Keeper Mattias Andersson für Thierry Omeyer in der 16. Minute stabilisierte sich die THW-Deckung zusehends.

Einen 6:8-Rückstand (10.) wandelte die Serdarusic-Sieben binnen 13 Minuten in eine 17:10-Führung um. Nicht zuletzt, weil der französische Superstar Karabatic immer stärker wurde und der schwedische Linksaußen Lundström, der früh für den schwachen Weltmeister Dominik Klein kam, seine Tempogegenstöße gnadenlos ausnutzte. Auch nach dem Wechsel setzte der Topfavorit das muntere Scheibenschießen fort und geriet gegen die völlig chancenlosen Schwaben nie mehr in Gefahr.

Mit Bier und Zigarette in der Kabine

Bei der Meisterparty am Wochenende auf dem Kieler Rathausbalkon will Serdarusic allerdings seinen Profis den Vortritt lassen. "Die haben großen Spaß dabei, auch ohne mich. Ich war so oft dort, ich kenne das und genieße das ganze lieber bei einem Bier und einer Zigarette in meiner Kabine", kündigte der 57-jährige Serdarusic vor dem letzten Saisonspiel am Samstag gegen die HSG Wetzlar an.