2008.05.16 Neuss : Deutsche Kanuten kämpfen in allen Finals um Gold

Mit einem überragenden Max Hoff an der Spitze haben sich die deutschen Kanuten bei der EM für alle 13 Finals qualifiziert. Für Hoff geht es dabei um das letzte Olympiaticket.

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Max Hoff ist gut drauf

Angeführt vom überragenden Max Hoff haben die deutschen Kanuten bei der Kanurennsport-EM in Mailand fünf Halbfinal-Siege gefeiert und kämpfen damit in allen 13 besetzten Bootsklassen um Gold. Neben Wildwasser-Weltmeister Hoff im Einerkajak, für den es um das letzte deutsche Olympiaticket geht, siegten in den Semifinals über 1000 Meter auch Andreas Ihle/Rupert Wagner (Magdeburg/Essen) im Zweierkajak sowie Thomas Lück/Stefan Holtz (Neubrandenburg) im Zweiercanadier. In den 500-Meter-Halbfinals am Nachmittag machten Ronald Rauhe/Tim Wieskötter im Zweierkajak und Torsten Lubisch (Berlin) im Einerkajak mit Halbfinalsiegen sowie Lück/Holtz mit Platz zwei den Sprung in die Medaillenfinals am Wochenende perfekt. Rauhe/Wieskötter fuhren insgesamt die vierbeste Zeit, Lubisch reihte sich auf Rang fünf ein. Im C2 gab es nur ein Halbfinale. Am Vortag war das deutsche Team in sieben Rennen direkt ins Finale gepaddelt.

Hoffs Leistung beeindruckt

"Erstaunlich schön, dass alle Boote im Finale sind. Das gibt uns Gewissheit, dass wir auf dem richtigen Weg sind und international mithalten können", sagte der deutsche Sportdirektor Jens Kahl: "Besonders die Leistung von Hoff hat mich beeindruckt." In 3:29,552 Minuten paddelte Hoff wie am Vortag im Vorlauf die beste Zeit aller Teilnehmer - er war zwei Sekunden schneller als Weltmeister Tim Brabants (Großbritannien). Hoff braucht im Finale am Samstag mindestens Platz zwei, um sicher auch in der zwölften olympischen Bootsklasse das deutsche Startrecht für Peking zu sichern.

"Das Spannendste war für uns die Standortbestimmung - wir sind vorn dabei. In den Endläufen wollen wir so viele Medaillen wie möglich - aber da werden die Karten neu gemischt", sagte Cheftrainer Reiner Kießler. Einercanadier-Hoffnung Sebastian Brendel (Potsdam) als Ersatz von Olympiasieger Andreas Dittmer in den Endläufen über beide Distanzen, Marina Schuck (Leipzig) und Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) im Einerkajak, Fanny Fischer/Nicole Reinhardt (Potsdam/Lampertheim) im Zweierkajak und die beiden deutschen Kajak-Vierer hatten sich direkt für die Endläufe qualifiziert. Bei der EM vor einem Jahr war Deutschland mit achtmal Gold, viermal Silber und dreimal Bronze erfolgreichste Nation.