2008.05.16 Neuss : Urgesteine der Liga vor leisem Abschied

An letzten Spieltagen herrscht in den Stadien immer auch ein wenig Abschiedsstimmung. In diesem Jahr erhalten unter anderem die Herren Ramelow, Wörns und Golz einen Blumenstrauß.

ero1
Carsten Ramelow geht leise

Ottmar Hitzfeld und Oliver Kahn verlassen die Bundesliga quasi auf dem Roten Teppich, ein Carsten Ramelow hingegen nimmt da lieber den Lieferantenausgang. "Ich bin leise gekommen und ich werde leise wieder gehen", sagt der Leverkusener Urgestein nach 13 Jahren unter dem Bayer-Kreuz.

Als "ewiger Zweiter" wird der Blondschopf in die Liga-Historie eingehen, einen Titel hat der zuverlässige Nationalspieler nie geholt. Und so vergleichsweise unspektakulär soll das Berufsleben des 34-Jährigen weitergehen. Sein langjähriger Arbeitgeber hat ihm einen Posten im Verein angeboten.

Wörns liebäugelt mit den "Löwen"

Ramelows langjähriger Nationalmannschafts-Kollege Christian Wörns dagegen wird seine Zelte bei Borussia Dortmund nach neun Jahren definitiv abbrechen. Entweder hängt der Abwehrrecke nach seinem 469. und letzten Bundesligaspiel am Samstag gegen den VfL Wolfsburg seine Fußball-Schuhe endgültig an den Nagel oder er hängt noch ein Jahr beim Zweitligisten TSV 1860 München dran: "Noch bin ich unentschlossen, wie es weitergeht."

Die Mauer stand noch, Franz Beckenbauer war Teamchef der deutschen Nationalmannschaft und Udo Lattek trug beim 1.FC Köln seinen legendären blauen Pullover, als Richard Golz vor mehr als 20 Jahren sein erstes Bundesligaspiel bestritt. Beim Hamburger SV und später beim SC Freiburg stand der gebürtige Berliner unter Vertrag, zuletzt bei Hannover 96 war er der Reservist im Schatten von Robert Enke.

Knapp drei Wochen vor seinem 40. Geburtstag steht eine Rückkehr des Keepers als HSV-Nachwuchstrainer in die Hansestadt zur Diskussion. Golz: "Das wäre eine Möglichkeit." Sicher beschreiten wird Jörg Böhme diesen Weg. Der Ex-Nationalspieler und Vize-Weltmeister von 2002 wird in der kommenden Saison Co-Trainer bei Arminia Bielefelds Oberliga-Mannschaft.

Stevens kehrt nach Eindhoven zurück

Nicht in der vierten Liga, sondern in der Champions League wird die Trainerkarriere von Huub Stevens weitergehen. Der Niederländer wechselt auch aus privaten Gründen - seine Frau Toos ist schwerkrank - zum niederländischen Meister PSV Eindhoven und macht Platz für seinen Landsmann und Nachfolger Martin Jol.

In neuer Funktion und eine Klasse tiefer soll Stefan Beinlich nun als Teammanager Bundesliga-Absteiger Hansa Rostock repräsentieren. Der Mittelfeldspieler hätte gern noch weitergespielt, ein hartnäckiger Knorpelschaden im Knie durchkreuzte die Pläne des 36-Jährigen: "Es reichte einfach nicht mehr."

Nach einem Dutzend Jahren in der Bundesliga und exakt 250 Einsätzen ist auch für den Stuttgarter Silvio Meißner vom VfB Stuttgart das Ende in Deutschlands Eliteklasse gekommen. Zurück nach Österreich zum Linzer ASK zieht es nach neun Jahren bei den "Piefkes" Thomas Weissenberger von Eintracht Frankfurt, der 33-Jährige wird im Heimspiel der Hessen am Samstag gegen den MSV Duisburg verabschiedet.