2008.05.17 Neuss : Frankfurterinnen stehen vor dem Triumph

Der 1. FFC Frankfurt hat den Sieg im Europacup vor Augen. Durch ein 1:1 im Hinspiel bei Umea IK hat sich die Mannschaft eine gute Position für die Partie in Frankfurt verschafft.

bto
Traf für den FFC: Conny Pohlers

Erst traf Conny Pohlers zum wichtigen Ausgleich, dann verkündete die Angreiferin selbstbewusst: "Jetzt holen wir auch den Pott." Durch ein 1:1 (1:1) im Finalhinspiel beim schwedischen Meister Umea IK sind die Fußballerinnen des 1. FFC Frankfurt dem Traum vom dritten Europapokal-Sieg näher gekommen - und haben ihren Manager Siegfried Dietrich "stolz" gemacht.

"Ich kann vor unserem Team nur den Hut ziehen", sagte Dietrich: "Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie zu den besten in Europa zählt." Im Rückspiel am kommenden Samstag (14.15 Uhr/live im ZDF und bei Eurosport) soll die Krönung in der Frankfurter WM-Arena erfolgen. Damit würde sich der sechsmalige deutsche Meister zugleich zum alleinigen Rekordhalter in Europa aufschwingen.

Der FFC ließ sich auch vom schnellsten Tor in der Europapokal-Geschichte der Frauen nicht aus der Fassung bringen. Bereits nach elf Sekunden hatte die brasilianische Weltfußballerin Marta die Gastgeber in Führung geschossen. Doch Pohlers (6.) schlug mit dem 1:1-Ausgleich nach guter Vorarbeit fast postwendend zurück.

"Nach dem frühen 0:1 habe ich nur gedacht: Oh Gott, hoffentlich geht das nicht so weiter. Aber zum Glück haben wir uns gefangen", meinte Pohlers: "Jetzt haben wir auch das nötige Selbstvertrauen, um uns zuhause den Pokal nicht mehr nehmen zu lassen."

"Niemand darf sich auf der Ausgangsposition ausruhen"

Frankfurts überragende Torhüterin Silke Rottenberg gewann dem frühen Rückstand sogar etwas Gutes ab. "Danach waren wenigstens alle wach", sagte Deutschlands ehemalige Torfrau Nummer eins, die mit zahlreichen Paraden eine Niederlage verhinderte und mit Blick auf Marta ein besonderes Geheimrezept offenbarte: "Bei ihr darf man nur auf den Ball schauen und nicht auf die Füße - sonst hat man einen Knoten in den Augen."

Der zum Saisonende scheidende Trainer Hans-Jürgen Tritschoks dämpfte unterdessen die Euphorie: "Die Mannschaft hat sich eine gute Ausgangsposition erarbeitet, aber darauf darf sich niemand ausruhen", sagte der Dozent der Deutschen Sporthochschule in Köln, der den eingeschlagenen Weg des FFC mit der Einstellung eines Vollzeit-Trainers nicht mitbestreiten wird.

Im Rückspiel hofft der deutsche Branchenführer nicht nur auf den dritten Streich im UEFA-Cup, sondern auch auf einen Zuschauerrekord im europäischen Frauen-Klubfußball. Dazu muss der FFC die bisherige Bestmarke von 24.250 Zuschauern - aufgestellt beim englischen Pokalfinale zwischen dem FC Arsenal und Leeds United - überbieten.