2008.05.17 Neuss : Hamburg schießt sich in den UEFA-Cup

Der Hamburger SV hat zum Abschied von Trainer Huub Stevens durch einen 7:0 (3:0)-Erfolg gegen den Karlsruher SC den UEFA-Cup erreicht.

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HSV-Stürmer Olic (l.) kommt gegen KSC-Keeper Miller zu spät

Traumhafter Abschied für Huub Stevens beim Hamburger SV: Dank eines 7:0 (3:0)-Torfestivals gegen den Karlsruher SC sind die Hanseaten nach einer Saison voller Höhen und Tiefen doch noch in den UEFA-Pokal eingezogen. Mann des Tages war vor 56.037 Zuschauern in der HSV-Arena Torjäger Paolo Guerrero mit drei Toren in der 34., 43., 49. Minute.

Der Erfolg der Norddeutschen ging auch in dieser Höhe vollständig in Ordnung. Die Gäste befanden sich von der ersten Minute an fast ausschließlich in der Defensive, so dass das Führungstor für den HSV nur eine Frage der Zeit war. Mannschaftskapitän Rafael van der Vaart verwandelte in der 23. Minute einen Foulelfmeter souverän. Vorausgegangen war eine unfaire Attacke von KSC-Mannschaftsführer Mario Eggimann am Hamburger Mittelfeldspieler David Jarolim. Es war bereits der zwölfte Saisontreffer für den niederländischen Nationalspieler.

Der deutsche Auswahlspieler Piotr Trochowski erhöhte nach der Guerrero-Gala in der 57. Minute mit einem platzierten Distanzschuss auf 5:0, ehe Iviva Olic mit seinen Saisontoren 13 bis 14 in der 78. und 89. Minute den zweithöchsten Sieg in der Bundesligageschichte des HSV perfekt machte.

Bezeichnend für die schwache Tagesform des Teams von Coach Edmund Becker, das sich schon frühzeitig den Klassenerhalt gesichert hatte, war die Entstehung des zweiten HSV-Tores. Der Peruaner Guerrero nutzte ein krasses Missverständnis zwischen Verteidiger Maik Franz und Torhüter Markus Miller und konnte den Ball unbedrängt ins Tor schießen. Möglicherweise hätte das Spiel in der 31. Minute noch einmal eine Wende nehmen können, doch ein Kopfball von Christian Timm klatschte an den rechten Außenpfosten.

Obwohl die Partie praktisch schon zum Seitenwechsel entschieden war, ließen die Platzherren auch in der zweiten Halbzeit mit ihren Angriffsbemühungen nicht nach. Coach Stevens, der aus privaten Gründen die Norddeutschen verlässt und in seine niederländische Heimat zum PSV Eindhoven wechselt, sprang mehrfach begeistert von seiner Bank auf und beklatschte die Aktionen seiner Spieler. Das HSV-Team verdiente sich durch den Einzug in den UEFA-Cup eine zusätzliche Mannschaftsprämie in Höhe von insgesamt 500.000 Euro.

Durch diesen Erfolg konnten die Gastgeber auch eine ihrer schwächsten Heimserien ihrer langen Bundesliga-Geschichte vergessen machen. Vor dem Triumph gegen den KSC hatte das Stevens-Team gleich dreimal hintereinander vor eigenem Publikum verloren und dabei nicht einen einzigen Treffer erzielen können.