2008.05.17 Neuss : Kanutin Katrin Wagner-Augustin holt EM-Gold

Bei der Kanu-EM in Mailand hat Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin den Viererkajak zum einzigen Triumph geführt. Max Hoff sicherte sich im Einerkajak das Olympia-Ticket.

tr
Die deutschen Kanuten haben in Mailand ihr Soll erfüllt

Deutschlands Kanuten zeigen sich am ersten Finaltag der Kanu-Europameisterschaften in Mailand in guter olympischer Form. Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin führte den Viererkajak zum einzigen Triumph für das erfolgsverwöhnte Team, während Wildwasser-Weltmeister Max Hoff mit Platz drei im Einerkajak auch in der zwölften Bootsklasse das deutsche Startrecht für Peking sicherte.

"Das Tagesziel ist erfüllt - schließlich ist die EM nur Zwischenstation auf dem Weg nach Peking. Einmal Gold und dreimal Bronze sind als Nebeneffekt auch ganz gut", bilanzierte Sportdirektor Jens Kahl: "Allerdings bleibt bis Olympia noch einiges zu tun."

Vollends überzeugen konnte nur das Flaggschiff mit Wagner-Augustin, Carolin Leonhardt (Mannheim), Conny Waßmuth (Magdeburg) und Nicole Reinhardt (Lampertheim), das über 500 Meter in 1:32,953 Minuten souverän vor dem Erzrivalen Ungarn (1:33,547) siegte. "Der Titel und der Sieg gegen Ungarn sind sehr wichtig. Das haben wir gut gelöst", erklärte Leonhardt.

Sebastian Brendel enttäuscht im Einercanadier

Weniger zufrieden war Max Hoff, der nach Bestzeiten in allen Vorläufen den ersten Paddelschlag am Start völlig verpasste. So lag er nach 1000 Metern in 3:34,960 Minuten deutlich hinter dem siegreichen Weltmeister Tim Brabants (Großbritannien/3:33,493). "Ende gut, alles gut. Der Startplatz für Peking war das Wichtigste. Und außerdem freue ich mich über meine erste Medaille im Rennsport", meinte der frühere Wildwasser-Spezialist Hoff.

Genau wie Marina Schuck (Leipzig) im Einerkajak gewann auch Sebastian Brendel (Neubrandenburg) über die lange Distanz als Vertreter des fehlenden Olympiasieger Andreas Dittmer im Einercanadier "nur" Bronze. Immerhin hat er nach dem bislang größten Erfolg seiner jungen Karriere theoretisch das Olympia-Teilnahmerecht - wenn ihm der Verband in einer der beiden Einercanadier-Entscheidungen in Peking den Vorzug vor Dittmer erteilt. "Mein Rennen war schlecht, auf den letzten 50 Metern bin ich fast stehengeblieben. Da hieß es nur noch reinfallen oder retten", meinte Brendel.

Andreas Ihle/Rupert Wagner (Magdeburg/Essen) im Zweierkajak und Thomas Lück/Stefan Holtz (Neubrandenburg) im Zweiercanadier enttäuschten mit Platz vier. In den restlichen 500-Meter-Finals am Sonntag kämpft das deutsche Team in sieben Entscheidungen um Gold. Bei der EM vor einem Jahr war Deutschland mit achtmal Gold, viermal Silber und dreimal Bronze erfolgreichste Nation. Diesmal liegen nach dem ersten Tag Ungarn und Weißrussland mit zwei Titeln in der Medaillenwertung vorn.