2008.05.17 Neuss : Kiel mit Kantersieg, TuS N-Lübbecke steigt ab

Der alte und neue deutsche Handball-Meister heißt THW Kiel. Die Nordlichter haben am Samstag die 14. Trophäe der Vereinsgeschichte geholt. Als Absteiger steht TuS N-Lübbecke fest.

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Der THW Kiel hat seinen Meistertitel erfolgreich verteidigt

Der alte und neue deutsche Handball-Meister hat sich am Samstag die 14. Trophäe der Vereinshistorie abgeholt, dagegen muss Altmeister TuS N-Lübbecke den Gang ins Unterhaus antreten. Während die Kieler, die das Double bereits am Mittwoch in Göppingen perfekt gemacht hatten, zum Saisonabschluss 35:26 (20:12) gegen die HSG Wetzlar gewannen, muss nach dem Wilhelmshavener HV (30:37 gegen die Rhein-Neckar Löwen) auch Traditionsklub TuS N-Lübbecke den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten.

Die TuS N-Lübbecke, 1981 Europacupsieger der Pokalsieger, gewann das letzte Spiel gegen die Füchse Berlin 30:26, verpasste aber trotzdem die Rettung in letzter Minute. Dazu hat Tusem Essen noch die Möglichkeit: Die Essener holten zum Abschluss ein 35:35 gegen MT Melsungen und spielen als Tabellen-16. in der Relegation gegen Zweitligist HSG Düsseldorf um den letzten freien Platz in der Eliteliga.

Für Lübbecke war es nach 1983, 2001, 2003 der vierte Abstieg der Vereinsgeschichte aus der ersten Liga. Jubel herrschte dagegen bei GWD Minden, das durch einen überraschenden 29:28-Erfolg bei der SG Flensburg-Handewitt als Tabellen-15. erstklassig bleibt.

Autokorso in Kiel

In Kiel warteten die 10.250 Fans und ihre Mannschaft 60 Minuten nur auf die Party nach dem Spiel. Der Startschuss zur großen Sause mit Autokorso durch die Innenstadt und Empfang auf dem Rathausplatz war die Übergabe der Meisterschale an THW-Kapitän Stefan Lövgren.

Zuvor hatte Filip Jicha die "Zebras" mit acht Toren zum 30. Saisonsieg geworfen. Trotz der wohl immer noch nicht ganz verdauten Niederlage im Champions-League-Finale gegen Ciudad Real zeigten sich die Kieler in bester Spiellaune und boten ihren Fans das eine oder andere Handball-Kunststück. Vor allem Torwart Mattias Andersson und Rückraumass Viktor Szilagyi, die den THW verlassen, wurden von den Fans gefeiert.

Hinter dem THW durfte sich der Nordrivale Flensburg-Handewitt trotz der Pleite am letzten Spieltag über die Vizemeisterschaft freuen. Platz drei und damit den letzten Champions-League-Platz sicherte sich der HSV Hamburg, der sich zu Hause gegen FA Göppingen keine Blöße gab und 29:24 gewann.

Die Rhein-Neckar Löwen spielen nach dem Sieg am letzten Spieltag genauso wie der TBV Lemgo und der VfL Gummersbach in der kommenden Saison im EHF-Pokal. Lemgo unterlag bei der HSG Nordhorn 39:41, Gummersbach leistete sich in eigener Halle eine 33:35-Niederlage gegen den SC Magdeburg. Die HSG Nordhorn spielt im kommenden Jahr im Europapokal der Pokalsieger.

Riesiger Jubel herrschte in Minden nach der Rettung. Durch die ständigen Führungswechsel bei den Spielen der Abstiegskandidaten wurde der letzten Spieltag zu einem Krimi. Arne Niemeyer und Örn Svenn Medhus sorgten mit je sechs Treffern für den Klassenerhalt ihrer Mannschaft.