2008.05.18 Neuss : Bradl in Le Mans vom Regen ausgebremst

Eine Regenunterbrechung hat Stefan Bradl beim Motorrad-Grand-Prix in Le Mans womöglich den ersten Sieg gekostet. Der zwischenzeitliche führende Zahlinger wurde letztlich Sechster.

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Sechster in Le Mans: Stefan Bradl

Der Regen von Le Mans hat den möglichen ersten Sieg für Stefan Bradl in der Motorrad-WM verhindert. Der 18-Jährige hatte auf zunächst trockener Strecke erstmals ein Rennen für drei Runden angeführt. Als der Frankreich-Grand-Prix wegen einsetzenden Regens unterbrochen wurde, lag er auf Rang zwei, nach dem Neustart blieb wegen zu vorsichtiger Fahrweise auf nassem Asphalt aber nur Rang sechs.

"Ich hätte das Ding heimfahren können"

"Der Sieg war möglich. Ich hätte das Ding heimfahren können", sagte der Aprilia-Pilot aus dem bayerischen Zahling. Dennoch war der Youngster "echt happy. Leider war ich nach dem Regen etwas zu zaghaft. Aber ich fahre hier mit einem positiven Gefühl weg", versicherte Bradl: "Ich habe ein sensationelles Trockenrennen gefahren. Und das Gefühl, einmal ein Rennen anzuführen und von der gesamten Weltspitze gejagt zu werden, war einfach riesig."

Alle hätten ihm gesagt, Führungsarbeit zu übernehmen, sei ein wichtiger Reifeprozess. "Nun habe ich es hinter mir, und es hat Spaß gemacht", meinte der Sohn des früheren Vize-Weltmeisters Helmut Bradl schmunzelnd und zog ein positives Zwischenfazit: "Ich habe erneut gezeigt, dass ich zur Weltspitze gehöre. Und 58 Punkte nach fünf Rennen hätte ich mir vor der Saison nicht träumen lassen."

Rückstand auf die Spitzenposition angewachsen

Vom zweitplatzierten Spanier Nicolas Terol trennen ihn nur acht Zähler, der Rückstand auf die Spitzenposition, die durch den ersten Heimsieg eines Franzosen seit 26 Jahren Mike di Meglio übernahm, ist allerdings von elf auf 16 Punkte angewachsen.

Die Erwartungen hat Bradl aber bisher klar übertroffen, ganz im Gegensatz zu Sandro Cortese. Der 18 Jahre alte Berkheimer fiel im Trockenrennen von Startplatz fünf auf Rang 15 zurück, arbeitete sich nach dem Neustart im Regen aber zumindest noch auf den elften Platz vor und ist in der WM-Wertung Zwölfter. Der 17-jährige Robin Lässer (Isny/Aprilia) stürzte ebenso wie der gleichaltrige Wildcard-Fahrer Tobias Siegert (Nürnberg/Aprilia), beide kamen nicht ins Ziel.

90. Sieg für Valentino Rossi

In der Königsklasse MotoGP übernahm der siebenmalige Weltmeister Valentino Rossi (Yamaha) durch den zweiten Sieg in Folge die WM-Führung vor den punktgleichen Spaniern Dani Pedrosa (Honda) und Jorge Lorenzo (Yamaha). Durch seinen 90. Grand-Prix-Sieg zog der Italiener mit dem Spanier Angel Nieto gleich und ist jetzt der zweiterfolgreichste Fahrer aller Zeiten nach dem 15-maligen Weltmeister Giacomo Agostini (Italien).

Nieto fuhr mit Rossi direkt nach dem Rennen eine Ehrenrunde, der Italiener schwenkte eine Fahne mit der Aufschrift "90+90". Besondere Anerkennung verdiente aber Lorenzo, der trotz zweier Knöchelbrüche auf Rang zwei fuhr und anschließend aufs Podium getragen werden musste.

In der Viertelliterklasse hat der Spanier Alex Debon bei seinem 112. WM-Start den ersten Sieg seiner Karriere gefeiert. Der 32 Jahre alte Aprilia-Pilot gewann vor dem Italiener Marco Simoncelli (Gilera) und dessen Landsmann Mattia Pasini (Aprilia). Der Finne Mika Kallio (KTM) verteidigte durch Rang fünf die Führung in der Gesamtwertung mit 93 Punkte vor Pasini 77 erfolgreich.