2008.05.18 Neuss : Deutscher Achter muss sich China geschlagen geben

Es läuft noch nicht rund beim deutschen Flagschiff. Einen Tag nach dem Sieg gegen China kassierte der Deutschland-Acher eine Pleite. Dagegen siegte Marcel Hacker souverän.

pst1
Hacker dominiert die Wedau-Regatta der Ruderer in Duisburg.

Nach dem enttäuschenden vierten Platz beim Weltcup-Auftakt in München konnte der Deutschland-Achter auch bei der Wedau-Regatta in Duisburg nicht überzeugen. Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) setzte sich in Duisburg am Samstag zwar knapp gegen China durch, musste aber am Sonntag eine Niederlage mit einer dreiviertel Länge gegen das Großboot des Olympia-Gastgebers hinnehmen. In München war das deutsche Vize-Weltmeisterboot noch ganz deutlich hinter den drittplatzierten Chinesen gelandet.

"Uns hat ein wenig die Lockerheit gefehlt. Insgesamt war die Regatta aber ein Schritt nach vorne. Wir dürfen nicht in Panik verfallen", sagte Bundestrainer Dieter Grahn.

Schlagmann Bernd Heidicker war nach dem Erfolg am ersten Tag zufrieden. "Das war eine deutliche Steigerung. Da war viel mehr Zug drin", sagte er und bezog auch Stellung zur Personaldiskussion: "Das ist die richtige Formation, zu der noch der verletzte Jochen Urban stößt."

Bundestrainer Dieter Grahn testete in Duisburg eine weitere Variante im Großboot, das in Peking die erste olympische Medaille seit zwölf Jahren anpeilt. In Stephan Koltzk (Essen), Jörg Dießner (Dresden) und Jan Tebrügge (Osnabrück) ersetzten drei Ruderer aus dem Weltmeister-Achter von 2006 Florian Eichner, Philipp Naruhn (beide Halle/Saale) und den verletzten Urban (Krefeld). "Mit dieser Formation trainieren wir seit über zwei Jahren. Das merkt man auch im Rennen", meinte Heidicker.

Der deutsche Meister Marcel Hacker gab sich keine Blöße. Der WM-Fünfte aus Frankfurt wurde nach seinem souveränen Sieg am Samstag erneut seiner Favoritenrolle gerecht und gewann gegen international zweitklassige Konkurrenz auch einen Tag später deutlich.

Der 31-Jährige verwies den Rostocker Rene Burmeister auf Platz zwei. Am Samstag hatte Hacker, der beim Weltcup-Auftakt in der vergangenen Woche in München nur Fünfter geworden war, vor dem Polen Wiktor Chabel und dem Mexikaner Patrick Loliger gewonnen. "Das war ein guter Test für den nächsten Weltcup in Luzern. Zudem habe ich verschiedene Boote im Hinblick auf Peking getestet. Ich weiß jetzt mit welchem ich fahre", meinte Hacker.