2008.05.20 Neuss : Nikagbatse nach Drogenkonsum in Köln suspendiert

Misan Nikagbatse wurde bei Bundesligist Köln 99ers nach Drogenkonsum suspendiert. Der in Rehabilitation befindliche Berliner wurde positiv auf Marihuana getestet.

nse
Misan Nikagbatse nach positivem Dopingtest in Köln entlassen

Basketball Bundestrainer Dirk Bauermann hat bereits am 20. März den Spitzenspieler der Köln 99ers, Misan Nikagbatse, nach einer positiven Dopingprobe entlassen. Das teilte der Kölner Insolvenzverwalter Norbert Heimann mit, der offizielle Arbeitgeber des gebürtigen Berliners.

"Wir haben gemeinsam mit den Kölnern auf den richtigen Zeitpunkt gewartet, um an die Öffentlichkeit zu gehen, da die Kölner Anfang des Jahres in einer schwierigen Situation waren", sagte Bauermann dem sid: "Es war aber wichtig, eine konsequente Entscheidung gefällt zu haben."

Nikagbatse wurde in einer Trainingskontrolle positiv auf die Substanz Tetrahydrocannabinol (THC) getestet, ein Wirkstoff von Haschisch beziehungsweise Marihuana. Da es eine sogenannte "Out-of-Competition"-Kontrolle während seiner Reha nach einer Schulter-Operation war, wurde der 25-Jährige vom Deutschen Basketball-Bund (DBB) entsprechend der NADA-Regularien nicht gesperrt.

Bauermann: "Es handelt sich um Einzelfälle"

"Das Verhalten ist nicht akzeptabel für einen Nationalspieler, der auch ein Vorbild sein muss", sagte Bauermann. Obwohl es nach dem Ex-Leverkusener Nate Fox und Ermen Reyes-Napoles von Absteiger Science City Jena bereits der dritte positive THC-Test der Saison war, sieht der Bundestrainer kein flächendeckendes Drogenproblem im deutschen Basketball: "Sicher wirft das kein positives Licht auf die Liga und den Basketball. Aber 99 Prozent der Spieler halten sich strikt an die Vorgaben der NADA, der Liga und des Verbandes", sagte Bauermann: "Es handelt sich um Einzelfälle."

Nikagbatse ist nach Fox und Reynes-Napoles bereits der dritte Dopingsünder

Fox und Reyes-Napoles wurden Mitte April siebeneinhalb beziehungsweise sieben Monate von der Anti-Doping-Kommission des DBB gesperrt. Der DBB hatte im vergangenen Sommer nach den Skandalen im Radsport die Dopingkontrollen verschärft und die Spieler in den nationalen Test-Pool aufgenommen, der 24 Stunden am Tag Kontrollen ermöglicht.

Die Köln 99ers hatten Anfang des Jahres nach dem Rückzug ihres Hauptsponsors Insolvenz angemeldet, den Spielbetrieb letztlich aber doch nicht einstellen müssen.