2008.05.23 Neuss : Bundesliga-Neuling Hoffenheim baut auf Talente

Bundesliga-Aufsteiger 1899 Hoffenheim will mit jungen Spielern zum Erfolg kommen. "Wir sind in allererster Linie an jungen Toptalenten interessiert", so Trainer Ralf Rangnick.

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Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick

Bundesliga-Aufsteiger Hoffenheim will auch künftig auf die Verpflichtung von teuren Altstars verzichten und stattdessen auf den Nachwuchs bauen. "Wir sind in allererster Linie an jungen Toptalenten interessiert", erklärte Rangnick im kicker und hat besonders den deutschen Nachwuchs im Auge: "So viele gibt es nicht und um die wenigen schlagen sich die deutschen Großklubs. Aber unsere Position bei Verhandlungen ist viel besser geworden. Die Spieler wissen, dass sie sich hier bestens entwickeln können", meinte der 49-Jährige weiter. Hoffenheim soll unter anderem Interesse an U21-Nationalspieler Andreas Beck vom VfB Stuttgart haben.

Rangnick macht keinen Hehl daraus, dass er trotz der idealen wirtschaftlichen Voraussetzungen, die Mäzen und Software-Milliardär Dietmar Hopp garantiert, durchaus stolz auf den Durchmarsch des Hoffenheimer "Dorfklubs" ist. "Die Tatsache, Geld zur Verfügung zu haben, heißt noch lange nicht, damit verantwortungsbewusst und planvoll umzugehen. Dazu gab es schon zu viele Negativbeispiele. Vor allem von Traditionsklubs."

"Wir erfinden den Fußball ja nicht neu"

Ziel in der neuen Saison ist es, sich ohne Abstiegsangst in der Bundesliga zu etablieren und das eigene Profil zu wahren. Rangnick: "Grundsätzlich tun wir gut daran, uns als das zu sehen, was wir sind: ein absoluter, blutiger Neuling." Laut dem erfahrenen Coach muss sich die Eliteliga aber nicht auf innovative Ideen Marke Hoffenheim einstellen. "Wir erfinden den Fußball ja nicht neu", relativierte Rangnick allzu hohe Erwartungen.

Positiv bewertet der gebürtige Schwabe die wachsende Akzeptanz von 1899 Hoffenheim, das von manch einem Kritiker aufgrund der Finanzkraft von Hopp auch als "SG Neureich Bimbeshausen" bezeichnet wird. Rangnick: "Das Ganze hat sich auf logische und angenehme Weise gedreht, das fing schon vor Weihnachten an. Man hat sich auf die sportliche Geschichte fokussiert und nicht mehr polemisch darüber berichtet." Man habe gerade erst angefangen, an Hoffenheims Historie zu schreiben. "Es muss doch möglich sein, sich mit sportlichen Mitteln zu qualifizieren", konstatierte Rangnick.