2008.05.23 Neuss : Nach Hand-OP: Böhmert hofft auf Olympia

Hockey-Nationalspielerin Anneke Böhmert darf sich nach überstandener OP Hoffnungen auf Olympia machen. Die Hamburgerin wurde am Freitag erfolgreich an der rechten Mittelhand operiert.

jam
Anneke Böhmert will noch zu Olympia

Hockey-Nationalspielerin Anneke Böhmert ist am Freitagmorgen in Hamburg erfolgreich an der rechten Mittelhand operiert worden und darf trotz der Verletzung weiter auf ihre erste Olympia-Teilnahme hoffen. "Die Hand ist mit drei Schrauben fixiert worden, dadurch kann sie später auch viel früher mobilisiert werden", sagte Böhmert dem Sport-Informations-Dienst (sid). Möglicherweise kann schon in zwei Wochen der Gips abgenommen werden.

Der Torjägerin vom Club an der Alster hatte die Verletzung am Donnerstag bei der Champions Trophy in Mönchengladbach erlitten. Zuvor hatte sie beim 2:0-Erfolg der deutschen Mannschaft gegen China in ihrem 101. Länderspiel noch ihr zweites Turniertor erzielt. "Ich bin schon ein bisschen traurig. Ich war gerade wieder dran, und dann passiert so etwas", meinte die 27-Jährige, die nach mehrjähriger Pause und der Geburt ihrer Tochter Lotta Lillemor erst in diesem Frühjahr ins Nationalteam zurückgekehrt war.

Peking-Ticket ist noch in Reichweite

Vier bis sechs Wochen muss sie pausieren, ein Ticket nach Peking (8. bis 28. August) ist noch in Reichweite. "Bundestrainer Michael Behrmann hat mir Hoffnung gemacht und gesagt, dass ich nicht raus bin", sagte Böhmert, die sich 2004 wegen mangelnder körperlicher Fitness im Vorfeld der Spiele in Athen selbst zurückgezogen und den Gold-Triumph nur aus der Ferne miterlebt hatte.

Nach guten Auftritten im Verein und bei der Hallen-EM hatte Behrmann sie aber in diesem Jahr gefragt, "ob ich es nicht auch auf dem Feld noch mal probieren will", sagte sie: "Und mit meinem Mann habe ich dann entschieden, es auf jeden Fall zu versuchen."

Die Olympia-Teilnahme wäre "natürlich toll". Das ist das Ziel für jeden Sportler", sagt die Referendarin für Englisch und Spanisch: "Wenn es nicht klappt, wäre es für mich aber auch nicht das große Drama. Ich habe meine Familie zu Hause, meine kleine Tochter, und auch schon meinen Beruf."

Weil sie die operierte Hand ruhig stellen soll, wird Anneke Böhmert das Finalwochenende der Champions Trophy nur aus der Ferne verfolgen. Die Daumen, zumindest den an der linken Hand, wird sie ihren Teamkolleginnen aber ganz fest drücken, erklärt sie: "Na klar, schließlich will ich ja auch eine Medaille bekommen."