2008.05.23 Neuss : Verband spricht Kaschetschkin trotz Dopings frei

Der überführte Dopingsünder Andrej Kaschetschkin wurde vom kasachischen Radsport-Verband freigesprochen. Kaschetschkin wurde bei einer Trainingskontrolle beim Blutdoping erwischt.

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Andrej Kaschetschkin wurde freigesprochen

Der kasachische Radsport-Verband hat Dopingsünder Andrej Kaschetschkin freigesprochen und damit für den nächsten Eklat gesorgt. Wie die französische Sporttageszeitung LEquipe berichtet, werde der Verband keine Sanktionen gegen den früheren Astana-Fahrer aussprechen, obwohl dieser bei einer Trainingskontrolle nach der Tour de France im Türkei-Urlaub des Blutdopings überführt worden war.

Damit könnte Kaschetschkin, der nach Bekanntwerden der positiven Probe von Astana entlassen worden war, ab sofort wieder Rennen fahren, sofern er ein Team findet. Allerdings bliebe dem Weltverband UCI noch die Möglichkeit, beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) Einspruch einzulegen. UCI-Pressesprecher Enrico Carpani sagte auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes (sid), dass der UCI noch keine Entscheidung des kasachischen Verbandes vorliege. Sollte Kaschetschkin freigesprochen werden, könne die UCI innerhalb von 30 Tagen beim CAS Einspruch einlegen.

Der kasachische Verband scheint das Thema Doping ohnehin sehr widerwillig anzugehen. Bereits im Fall Alexander Winokurow, der bei der Tour zweimal des Blutdopings überführt worden war, verhängte der Verband nur eine lasche Sperre von einem Jahr. Winokurow ist bereits zurückgetreten.

Sein Landsmann Kaschetschkin hatte im Herbst vergangenen Jahres für Aufsehen gesorgt, als er das Dopingkontrollsystem aus den Angeln heben wollte. Der Radprofi wollte vor einem Gericht in seiner Wahlheimat Lüttich die Rechtmäßigkeit von unangemeldeten Dopingtests grundsätzlich klären lassen. Er behauptete, dass diese gegen die Persönlichkeitsrechte verstoßen. Das Gericht in Lüttich sah sich dafür nicht als zuständig an.