2008.05.25 Neuss : "Supergirl" Danica Patrick will den nächsten Coup

"Supergirl" Danica Patrick will Geschichte schreiben und als erste Frau bei der 92. Auflage der legendären 500 Meilen von Indianapolis ganz oben auf dem Siegertreppchen stehen.

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Indy-Car-Pilotin Danica Patrick hat den nächsten Sieg im Visier

Bei der 92. Auflage der 500 Meilen von Indianapolis will "Supergirl" Danica Patrick Geschichte schreiben und als erste Frau im "Nudeltopf" auf dem Siegertreppchen ganz oben stehen. Nach ihrem ersten Sieg in der Indy-Car-Serie zuletzt in Motegi/Japan wäre der Triumph bei den legendären Indy 500 (heute 19.00 Uhr MESZ/live bei Premiere) der nächste Schritt in der Karriere der 26-Jährigen, die sie vielleicht sogar noch bis in die Formel 1 führen könnte.

Honda hat der US-Amerikanerin aus Phoenix bereits einen Test in der "Königsklasse" angeboten. Patrick ist nicht abgeneigt: "Wenn es ein wirklicher und ernster Test ist." Als Quoten-Frau und Showgirl, das durch Bikini-Fotos in Sports Illustrated oder Talkshow-Auftritte bei David Letterman oder Jay Leno mehr auffällt als auf der Rennstrecke, will sie sich nämlich nicht sehen. Deshalb hatte sie vor ein paar Jahren Demo-Runden in einem Formel-1-Auto bei den Indy 500 kategorisch und als "beschämend" abgelehnt.

Michael Schumacher glaubt an "schnelle und erfolgreiche Frauen" in der Formel 1

Sie will durch Leistung überzeugen, und dass sie die auch in der Formel 1 bringen könnte, halten viele Rennfahrer nicht für ausgeschlossen - allen voran Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher. "Es gibt keinen Grund, warum nicht auch eine Frau in der Formel 1 schnell und erfolgreich sein sollte", meint Schumacher: "Es gibt halt nur an der Basis noch nicht genügend Frauen, die im Motorsport groß werden, dass am Ende mal jemand im Sieb übrig bleibt, der konkurrenzfähig ist."

Auch Toyota-Pilot Timo Glock traut Patrick einiges zu. "Sie hat gezeigt, dass sie schnell ist. Wenn sie in ein Formel-1-Auto steigt, müsste man ihr nur so viel Zeit geben wie anderen auch", sagt Glock, der auch keine Sorge hat, dass der zierlichen, nur 1,67 Meter großen und 48kg schweren Patrick vielleicht die nötige Fitness für die "Königsklasse" fehlt. "Wenn sie die Belastungen in Motegi aushält, warum dann nicht auch in einem Formel-1-Auto?"

Patrick startet aussichtsreich aus der zweiten Startreihe

Im Qualifying für die Indy 500 fuhr sie mit Durchschnittstempo 362,342 km/h als fünftschnellste in die zweite Startreihe hinter den Neuseeländer Scott Dixon, den Briten Dan Wheldon, den Australier Ryan Briscoe und den Brasilianer Helio Catroneves. Vorjahressieger Dario Franchitti aus Schottland ist nicht dabei, nachdem er in die populärere NASCAR-Serie gewechselt ist.

Für das Rennen, in dem neben ihr wie im Vorjahr in Sarah Fisher (USA) und Milka Duno (Venezuela) noch zwei weitere Frauen am Start sind, ist Patrick zuversichtlich. "Wir waren nicht viel auf der Strecke, aber wenn wir auf der Strecke waren, dann lief es immer super", meint Patrick: "Ich freue mich über die zweite Startreihe, aber es ist ein langes Rennen, und ich muss vor allem geduldig bleiben."

So wie in Motegi, als sie nach einer perfekten Tankstrategie am Ende ganz vorne lag. 2005 hatte ihr die Strategie noch den möglichen Indy-Triumph verdorben, als ihr kurz vor Schluss das Benzin ausging, sie noch einmal an die Box musste und am Ende "nur" Vierte wurde. Dennoch hatte sie damals schon mehr Aufsehen erregt als Sieger Wheldon.