2008.05.26 Neuss : Labbadia heuert als neuer Trainer in Leverkusen an

Bruno Labbadia wird neuer Trainer des Bundesligisten Bayer Leverkusen. Der 42-Jährige wechselt von der SpVgg Greuther Fürth an den Rhein und erhält dort einen Zwei-Jahres-Vertrag.

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Bruno Labbadia und Rudi Völler

Der einstige Vollblutstürmer Bruno Labbadia soll Bayer Leverkusen wieder unter die Top-Teams der Bundesliga und ins internationale Geschäft führen. Fünf Tage nach dem Rauswurf von Cheftrainer Michael Skibbe, der mit seinem Team als Tabellensiebter einen Europacup-Platz verpasst hatte, wurde am Montag der 42-jährige Labbadia vom Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth als Nachfolger präsentiert. Der einstige Torjäger erhielt einen Zwei-Jahres-Vertrag bis 2010 von den Rheinländern.

Labbadia: "Schritt, den ich machen wollte"

"Ich freue mich, dass ich mich dieser Herausforderung stellen darf. Es ist der nächste Schritt, den ich machen wollte. Es ist toll, mit dieser jungen und starken Mannschaft zusammenarbeiten zu dürfen", kommentierte Labbadia den Wechsel in Liga eins. Der neue Coach weiß, dass die Erwartungshaltung rund ums Bayer-Kreuz sehr groß sein wird: "Das Ziel wird sein, wieder international zu spielen. Dieser Herausforderung werden wir uns in einem harten Wettbewerb stellen. Wir werden selbst Druck machen, um dieses Ziel zu erreichen."

Als Aktiver wurde Labbadia aufgrund einer entsprechenden Geste mit dem Spitznamen "Pistolero" bedacht - Bayer hofft, dass das Offensivspiel unter dem neuen Cheftrainer weiter forciert wird, nachdem es unter Skibbe zwar im Saisonverlauf hoffnungsvolle Ansätze gegeben hatte. Aber im Saisonendspurt brach der Werksklub ein und flog nach nur sieben Punkten aus den letzten zehn Spielen noch aus den Europacup-Rängen.

Bayers Wunschkandidat

Bayer-Sportchef Rudi Völler machte deutlich, dass der neue Mann der Wunschkandidat des UEFA-Cup-Siegers von 1988 gewesen sei: "Bruno Labbadia hat bei Greuther Fürth mit bescheidenen Mitteln tollen Fußball spielen lassen. Er hat in hervorragender Art und Weise seinen Stil durchgesetzt. Bruno war ganz klar unser Kandidat Nummer eins." In Nationalspieler Patrick Helmes (1. FC Köln) habe Bayer "ein Sahnestückchen" verpflichtet, "und es werden noch einige Sahnestückhen hinzukommen", ergänzte Völler.

Ob Leverkusen eine Ablösesumme für Labbadia an Greuther Fürth gezahlt hat, ließ Bayer-Boss Wolfgang Holzhäuser indes offen. "Es wurde nach schwierigen Gesprächen eine Lösung gefunden, die wirtschaftlich und sportlich kurz- und mittelfristig beiden Vereinen nützlich sein kann", so der Sprecher der Bayer-Geschäftsführung. Möglicherweise werden Nachwuchsleute der Rheinländer an die Franken ausgeliehen. Der Kontrakt Labbadias bei den "Kleeblättern" lief noch bis 30. Juni 2009.

328 Bundesliga-Spiele und zwei Meisterschaften

Labbadia gilt als Vertreter des Offensiv-Fußballs, dies gab wohl den Ausschlag für den Ex-Nationalspieler, der als Aktiver mit dem 1. FC Kaiserslautern und Bayern München deutscher Meister geworden war. Bayer erhofft sich, dass der 328-malige Bundesliga-Profi, der in seiner Karriere 103 Treffer erzielte, mit attraktiven Fußball auf den Erfolgspfad zurückkehren wird. Als einziger deutscher Profi erzielte Labbadia sowohl in der Bundesliga als auch in der 2. Liga (101) mehr als 100 Tore.

Nachdem Jürgen Klopp (FSV Mainz 05) in Borussia Dortmund einen neuen Arbeitgeber gefunden hat, wird in Labbadia ein weiterer bisheriger Zweitliga-Coach im kommenden Jahr im Fußball-Oberhaus aktiv sein.

Station Nummer drei

Labbadia, langjähriger Bundesliga-Profi des Hamburger SV, des 1. FC Kaiserslautern, von Bayern München, des 1. FC Köln, von Werder Bremen und von Arminia Bielefeld, ist einer der Trainer-Aufsteiger der letzten Wochen und Monate. Trotz einiger personeller Verluste und geringer Investitionsmöglichkeiten konnte sich Labbadia in der abgelaufenen Saison mit den "Kleeblättern" im Tabellenvorderfeld etablieren. Mit den Franken verpasste Labbadia allerdings am Ende den Bundesliga-Aufstieg und belegte mit seiner Mannschaft den sechsten Tabellenplatz.

Der Ex-Nationalspieler war als Trainer - abgesehen von Fürth (2007/2008) - bislang nur für seinen Stammverein SV Darmstadt 98 (2003 bis 2006) tätig.