2008.05.27 Neuss : FIFA setzt umstrittenes Höhenlimit aus

FIFA-Präsident Joseph Blatter hat das Höhenlimit für internationale Spiele wieder gestrichen. Somit können Länderspiele ohne Ankündigung in 2750m Höhe stattfinden.

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Höhenlimit für Länderspiele wieder ausgesetzt

Das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA hat das umstrittene Höhenlimit für internationale Länderspiele wieder ausgesetzt. "Lasst uns die Diskussion wiedereröffnen", sagte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter. Somit können Länderspiele künftig auch wieder in einer Höhe von 2750m stattfinden, ohne den Gästespielern eine längere Akklimatisierung zu ermöglichen. Die südamerikanische Fußball-Konföderation CONMEBOL hatte sich gegen die FIFA-Entscheidung ausgesprochen, weil etliche südamerikanische Länder von dem Bannstrahl betroffen waren.

Vor allem in Bolivien, das seine Spiele im 3600m über dem Meeresspiegel gelegenen La Paz austrägt, hatte die FIFA-Entscheidung zu Protesten geführt. Staatspräsident Evo Morales hatte den Beschluss als Diskriminierung von Menschen, die in der Höhe leben", bezeichnet.

Laut Blatter plant die FIFA ein Maßnahmenpaket, das sich mit "Fußballspielen unter extremen Bedingungen" wie Hitze, Luftfeuchtigkeit, Kälte und Umweltverschmutzung beschäftigen wird. Das Exko mit Mitglied Franz Beckenbauer folgte mit der Entscheidung einer Empfehlung der medizinischen Kommission der FIFA, die geraten hatte, ein allgemein gültiges Maßnahmenpaket zu verabschieden.

FIFA-Exko einstimmig für 6+5-Regel

Laut FIFA-Darstellung habe sich das Exko, zu deren Mitgliedern auch Deutschlands Fußball-Lichtgestalt Franz Beckenbauer zählt, zudem "einstimmig" hinter die Ziele der 6+5-Regel gestellt. Dabei hatte es im Vorfeld vor allem von Seiten des UEFA-Chefs und FIFA-Vizepräsidenten Michel Platini einige kritische Worte gegeben.

"Ich möchte die Nationalmannschaften schützen und die Ligen davor bewahren, dass nur einige wenige Klubs eine Chance habe, einen Titel zu erringen", erklärte Blatter in Sydney. Der Schweizer will deshalb auf dem Kongress die Statuten mit einer Dreiviertel-Mehrheit dahingehend ändern lassen, dass ein Verein mindestens sechs Spieler auf dem Feld haben muss, die für die jeweilige Nationalmannschaft des betreffenden Verbandes spielberechtigt wären.

Welt-Anti-Doping-Kodex genehmigt

Das Gremium genehmigte zudem den neuen Welt-Anti-Doping-Kodex, der dem FIFA-Kongress zur Verabschiedung vorgelegt wird. Die Version 3.0 sieht laut FIFA hinsichtlich des Strafmaßes ausdrücklich die Einzelfallbeurteilung vor, für die sich die FIFA schon immer eingesetzt hat. Trotzdem hatte es wiederholt Kontroversen mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) gegeben.

Die FIFA rühmt sich, pro Jahr rund 25.000 Dopingkontrollen durchzuführen. Damit sei der Fußball diejenige Sportart, die am meisten Doping-Analysen durchführe und eine der niedrigsten Raten positiver Fälle aufweise. WADA-Präsident John Fahey und sein Generalsekretär David Howman werden dem FIFA-Kongress als Gäste beiwohnen.

Stattgegeben wurde außerdem dem UEFA-Antrag, die August-Daten für Länderspiele im internationalen Spielkalender in den Jahren von 2009 bis 2013 jeweils um eine Woche vorzuziehen.