2008.05.27 Neuss : Südafrika soll bis zur WM 2010 sicherer werden

Trotz der jüngsten Ausschreitungen gegen Einwanderer soll Südafrika bis zur WM 2010 deutlich sicherer werden. Das erklärte jetzt der südafrikanische Vize-Polizeichef, Andre Pruis.

sbr
Südafrika soll bis zur WM 2010 sicherer werden

Der Vize-Polizeichef von Südafrika, Andre Pruis, ist hinsichtlich der Sicherheitslage bei der WM 2010 zuversichtlich. "Südafrika wird durch die WM sicherer werden. Unser Ziel ist es, die Kriminalitätsrate Jahr für Jahr zwischen sieben und zehn Prozent zu senken. Außerdem haben wir durch die Cricket- und Rugby-WM Erfahrung mit der Durchführung von Großevents", sagte Pruis auf einer Informationsveranstaltung der südafrikanischen Botschaft am Dienstag in Berlin.

In den vergangenen zweieinhalb Wochen hatten Ausländerverfolgung, Plünderungen, Vergewaltigungen und Mord das Land am Kap der guten Hoffnung erschüttert. Dabei kamen mindestens 56 Menschen ums Leben, es gab etliche Verletzte und Zehntausende wurden aus ihren Häusern vertrieben.

Blatter: "Wir vertrauen der Regierung"

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter drückte daher seine Besorgnis aus. "Die jüngste Entwicklung ist schrecklich und wir bedauern, was geschehen ist", sagte der Chef des Fußball-Weltverbandes am Dienstag in Sydney am Rande der Exekutiv-Sitzung. Dennoch erneuerte Blatter sein Versprechen, die WM in Südafrika zu belassen: "Wir vertrauen der Regierung, ich vertraue ihr, und die Weltmeisterschaft wird 2010 definitiv in Südafrika stattfinden."

In Berlin berichtete Pruis allerdings von einer Entspannung der Situation: "Seit Dienstagmorgen ist die Lage wieder stabil. Aber wir setzen gemeinsam mit der Armee unsere Bemühungen fort bis der normale Zustand wieder hergestellt ist."

Für das polizeiliche Sicherheitskonzept bei der WM steht Pruis ein Budget von umgerechnet rund 122,5 Millionen Euro zur Verfügung. Von dem Geld sind bisher vor allem Fahrzeuge angeschafft worden. Er habe sich bereits viele "Spielzeuge", zum Beispiel etliche Hubschrauber, gekauft, so Pruis.

Ausländische Beamte sollen helfen

Neben den eingeplanten 41.092 einheimischen Polizisten setzt der Vize-Chef der südafrikanischen Polizei auch auf den WM-Einsatz ausländischer Beamter, wie es bereits beim Turnier 2006 in Deutschland der Fall gewesen war. "Das wäre gut. Denn viele von unseren Beamten sprechen kaum fremde Sprachen", meinte Pruis.

Ebenfalls hofft der Südafrikaner bei der ersten WM auf dem schwarzen Kontinent auf eine ähnlich friedliche Stimmung wie in Deutschland. "Die Beamten sollen ihren Job tun, aber nicht sichtbar sein. Die Party-Atmosphäre steht im Vordergrund."