2008.05.28 Neuss : Porsche nach Aufholjagd erneut Sieger

Porsche hat nach einer atemberaubenden Aufholjagd den Vorjahressieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring wiederholt. Zwischenzeitlich lag das Werksteam auf dem letzten Platz.

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Sieg für Porsche auf dem Nürburgring

Nach der größten Aufholjagd aller Zeiten hat Porsche beim 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife den nicht mehr für möglich gehaltenen Vorjahressieg wiederholt. Wie 2007 triumphierten Timo Bernard (Dittweiler), Romain Dumas (Frankreich), Marc Lieb (Ludwigsburg) und Marcel Tiemann (Soltau), obwohl dieses Quartett wenige hundert Meter nach dem Start wegen eines geplatzten Wasserschlauchs einen Boxenstopp einlegen musste. Dadurch wurde das Team aus fast allen Träumen gerissen und fiel von der Pole Position auf den 217. und damit letzten Platz zurück.

Nach dem frühen Schockerlebnis lief bei dem Porsche-Werksteam Manthey Racing aus Meuspath aber alles wie am Schnürchen. Der 911 GT3-RSR raste Runde für Runde weiter nach vorn. So ein Husarenstück hatte es in der 36-jährigen Geschichte des Langstrecken-Klassikers in der Eifel noch nicht gegeben.

Mit mehr als einer Runde Rückstand hatten die "Fantastischen Vier" die Hatz zweimal rund um die Uhr wieder aufgenommen. Kurz nach Halbzeit um 3.30 Uhr eroberte das Team dann die Führung. Nach 148 Runden (3755,944 km) lagen Bernhard und Tiemann, die ihren dritten Gesamtsieg in Folge feierten, eine Runde vor den Teamkollegen Armin Hahne/Pierre Kaffer/Christian Haarmann/Jochen Krumbach (Moers/Burgbrohl/Aachen/Eschweiler).

Diese beiden Werks-Porsche hatten den Eifel-Marathon schon 2007 und 2006 gewonnen. Für Tiemann war es zudem der vierte Gesamtsieg. Der Soltauer steht damit auf einer Stufe mit Fritz Müller (xxxx) sowie den früheren Formel-1-Piloten Pedro Lamy (Portugal) und Peter Zakowski (Niederzissen), die zuvor ebenfalls schon viermal erfolgreich waren. Mehr Gesamtsiege hat noch kein anderer Fahrer erreicht. Porsche verzeichnet nun insgesamt neun Gesamtsiege und liegt damit hinter Rekordgewinner BMW (18) an zweiter Stelle.

Starke Vorstellung auch von VW

Eine starke Vorstellung zeigte das VW-Werksteam mit dem brandneuen Scirocco. In der stark besetzten Zweiliter-Turboklasse belegten die Wolfsburger mit zwei von drei eingesetzten GT24, in denen unter anderen VW-Motorsport-Repräsentant Hans-Joachim Stuck (Ellmau) und der zweimalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz (Spanien) am Steuer saßen, die Plätze eins und zwei sowie im Gesamtklassement die Ränge 11 und 14.

Zu den Pechvögeln, die durch Unfälle oder technische Defekte ausfielen, zählte auch das werksunterstützte BMW Z4 M-Coupe, in dem die Aachenerin Claudia Hürtgen eine glänzende Leistung ablieferte. Der Sportwagen, der zwischenzeitlich sogar in Führung lag, musste eine halbe Stunde vor Mitternacht nach einem Überschlag von Teamkollege Stian Sorlie (Norwegen) ebenso aus dem Rennen genommen werden, wie kurze Zeit später die von Zakspeed eingesetzte Dodge Viper GTS-R nach einem Ausweichmanöver von Sascha Bert (Ober-Ramstadt), das in der Leitplanke endete.

Immerhin konnte sich BMW über einen Erfolg in der Dieselklasse freuen, den die Werksfahrer Jörg Müller (Hückelhoven) und Augusto Farfus (Brasilien) realisierten. Dagegen kam das Hybrid-Concept-Car, mit dem der frühere Formel-1-Pilot Heinz-Harald Frentzen (Mönchengladbach) beim Eifel-Marathon eine Weltpremiere feierte, nach mehreren Getriebewechseln nicht über Rang 184 hinaus.

Gute Nachrichten kamen derweil aus dem Krankenhaus. Der am Donnerstag im Vorprogramm schwer verunglückte Renault-Pilot Oliver Noss ist außer Lebensgefahr. Der 34 Jahre alte Remscheider, der nach einem Unfall in einem Rennen der so genannten Rundstrecken-Challenge mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden war, wurde nach Angaben der behandelnden Ärzte aus dem künstlichen Koma geholt und von der Intensiv- auf eine Wachstation verlegt.