2008.05.29 Neuss : DOSB verteilt 79 Peking-Fahrkarten

79 Tickets an 40 Frauen und 39 Männer hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Donnerstag für die Sommerspiele in China vergeben. Bislang sind zwölf Sportarten abgedeckt.

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Erste Tickets für Peking vom DOSB vergeben

Die ersten 79 Tickets zu den 29. Olympischen Sommerspielen in Peking (8. bis 24. August) sind am Donnerstag in Frankfurt/Main durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) in zwölf Sportarten an 40 Frauen und 39 Männer vergeben worden. Weitere Nominierungen erfolgen am 23. Juni und 15. Juli.

Die letzten Peking-Fahrkarten könnte es für die deutschen Basketballer um Dirk Nowitzki geben, die sich in einem bis 20. Juli dauernden Turnier in Athen noch für die Sommerspiele qualifizieren müssen. Offizieller Meldeschluss beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ist der 23. Juli.

Überraschungen bleiben aus

Erwartungsgemäß ohne große Überraschungen lief der Auftakt der Nominierung ab. Zu den prominentesten Namen auf der ersten Liste zählen Tischtennis-Europameister Timo Boll, Hammerwurf-Weltmeisterin Betty Heidler, die Fecht-Weltmeister Britta Heidemann und Peter Joppich sowie Judoka Yvonne Bönisch, die 2004 in Athen Gold gewonnen hatte.

Die 79 Plätze gingen an Badminton (5), Boxen (4), Fechten (10), Gewichtheben (2), Judo (10), Kanu-Slalom (5), Leichtathletik (9), Radsport/Bahn (7), Segeln (12), Taekwondo (3), Tischtennis (6) und Triathlon (6). Auch in diesen Sportarten erfolgen aber zum Teil noch weitere Nominierungen nach nationalen Qualifikationen.

Die 79 Starter umfassen ein Sechstel des endgültigen deutschen Olympia-Teams, das - mit den Basketballern - rund 450 Athleten umfassen soll. Zusammen mit den Betreuern wird das Aufgebot aus etwa 770 Personen bestehen und erstmals von DOSB-Generaldirektor Michael Vesper als Chef de Mission angeführt. Das "Unternehmen Olympia" kostet insgesamt fünf Millionen Euro, 3,5 Millionen davon steuert der Bund bei.

In Peking stehen 302 Entscheidungen in 28 Sportarten auf dem Programm. Erklärtes Ziel ist es laut Vesper, "an das Ergebnis von Athen 2004 mit 49 Medaillen (davon 13 Gold) anzuknüpfen und Rang sechs der Nationenwertung zumindest zu halten".

DOSB will "absolut saubere Mannschaft"

Dies soll mit "einer absolut sauberen Mannschaft" gelingen, wie DOSB-Leistungssportdirektor Bernhard Schwank bekräftigte. Alle Olympia-Kandidaten mussten sich seit 1. Juli 2007 dem Kontrollsystem der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA unterwerfen. Jeder China-Fahrer wird vor der Abreise zumindest noch einmal unangemeldet getestet.

Kein Sportler wird nominiert, der seit dem 1. September 2004 des Dopings überführt wurde oder einen Verstoß gestanden hat. Über Betreuer, die in früheren Jahren in Doping oder Stasi-Aktivitäten verwickelt waren, entscheidet das DOSB-Präsidium im Einzelfall und nach Anhörung der unabhängigen Kommissionen. Die Überprüfungsanträge bei der Birthler-Behörde waren bereits im Frühjahr für sämtliche potenziellen Peking-Fahrer gestellt worden.

Ab 24. Juli beginnen die Teamteile mit der Anreise. Die Reiter in Hongkong sowie die Turner in Peking und die Schwimmer in Kumamoto/Japan werden die Ersten sein, um sich ausreichend akklimatisieren zu können. Andere wie die Leichtathleten bereiten sich nach den guten Erfahrungen bei der WM im Vorjahr bis kurz vor den Beginn ihrer Wettkämpfe (15. August) im japanischen Shibetsu auf Olympia vor. "Über die Anreise entscheiden die Verbände alleine", betonte Schwank. Entscheidend für den Erfolg sei oft die unmittelbare Wettkampfvorbereitung. "Die größte Herausforderung ist die Punktlandung."

"Endkampfchance" das Nominierungskriterium

In 25 von 28 Sportarten haben deutsche Athleten Startplätze sicher, die Basketballer sollten hinzukommen. Dann würden nur Baseball und Softball ohne deutsche Teilnehmer stattfinden. "Unser Anspruch ist, die Vielfalt des olympischen Programms zu beschicken und das möglichst mit Erfolg, deshalb gilt als Nominierungskriterium immer noch die Endkampfchance", sagt Schwank.