2008.05.31 Neuss : Beckenbauer: "Spekulanten müssen draußen bleiben"

Bayern Münchens Aufsichtsratsvorsitzender Franz Beckenbauer hat die Fußballvereine davor gewarnt, durch den Einfluss von Finanzinvestoren zu Spekulationsobjekten zu werden.

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Kritisch: Franz Beckenbauer

Vor dem Hintergrund des zunehmenden Engagements finanzkräftiger Investoren im Fußball warnt Franz Beckenbauer vor dieser Entwicklung und fordert Reformen. "Es sollte Auflagen geben, vor allem wenn Investoren in den Fußball einsteigen. Ein Klub darf nicht zum Spekulationsobjekt werden", sagte Beckenbauer dem Tagesspiegel (Sonntags-Ausgabe). In der Finanzwelt gebe es zu viele Spekulanten. "Die müssen draußen bleiben, darauf muss der Sport achten", sagte Beckenbauer als Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees.

Beckenbauer beklagte ferner die Macht der Profis und der Spielervermittler: "Verträge zählen kaum noch etwas, die Macht der Spieler, ihrer Berater und Agenten ist zu groß geworden, das ist fatal." Ihn bedrücke, dass Spieler heute sehr viele Rechte hätten, "sie gehen, wann und wohin sie wollen, ohne dass ihr Verein eine Ablöse bekommt".

"Unsere Vereine verlieren an Identität"

Beckenbauer machte sich zudem für die Umsetzung der 6+5-Regel stark, welche die FIFA gerade bei ihrem Kongress in Sydney beschlossen hat. Demnach sollen sechs inländische Spieler in der Startformation einer Klubmannschaft stehen. "Unsere Vereine verlieren an Identität, weil die Spieler zu oft wechseln", begründete der "Kaiser".

In punkto Jürgen Klinsmann, der in der kommenden Saison das Traineramt bei den Bayern übernimmt, sei der Klub "sicherlich ein Risiko eingegangen", so der Aufsichtsratsvorsitzende der Münchner: "Man weiß ja, dass er einer ist, der seine Vorstellungen durchsetzen möchte. Also muss man sich fragen: Geht man seinen Weg? Wenn man das tun will, muss man alles so vorbereiten und zur Verfügung stellen, wie er das will."

Dem FC Bayern schade es sicher nicht, einmal etwas Neues zu probieren, auch bei der Nationalmannschaft habe Klinsmann einiges zum Positiven bewegt. "Aber eines muss Jürgen Klinsmann klar sein: Das Tagesgeschäft ist etwas anderes." Die tägliche Arbeit als Vereinstrainer sei "Knochenarbeit, da musst du schon gesund sein. Ich hoffe, dass der Jürgen das gut durchhält."