2008.06.01 Neuss : Ernüchternder fünfter Platz für Deutschland-Achter

Den Sprung auf das Podium hat der Deutschland-Achter beim Ruder-Weltcup in Luzern verpasst. Das Team des Deutschen Ruderverbandes landete nur auf einem ernüchternden fünften Platz.

nse
Deutschland-Achter nur auf Platz fünf

72 Tage vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking hat der Deutschland-Achter beim Weltcup in Luzern enttäuscht. Das Paradeboot landete als Vize-Weltmeister im Endlauf nur auf einem schwachen fünften Platz und verpasste damit die angestrebte Platzierung auf dem Podium deutlich. Der Rückstand auf den siegreichen Weltmeister Kanada betrug über zehn Sekunden. "So haben wir bei Olympia keine Chance. So kann es nicht weitergehen", sagte Bundestrainer Dieter Grahn nach der schwachen Vorstellung.

Kein Sieg und nur zwei Medaillen auf dem Rotsee

Das Abschneiden des Achters war nicht der einzige Nackenschlag für den erfolgsverwöhnten Deutschen Ruderverband (DRV). Kein Sieg, zwei Medaillen und nur acht Finalteilnahmen in den 14 olympischen Klassen lautete die ernüchternde Bilanz bei guten äußeren Bedingungen auf dem traditionsreichen Rotsee. Beim Weltcup-Auftakt in München hatte es noch einen Erfolg und insgesamt acht Medaillen gegeben.

"Das ist nicht der Anspruch des Verbandes. Die Leistung ist nicht in Ordnung. Wir müssen jetzt alle Sportler überprüfen", sagte DRV-Sportdirektor Michael Müller, der schon vor dem Weltcup dem Achter mit personellen Konsequenzen im Hinblick auf Peking gedroht hatte. Bei fast sieben Sekunden Rückstand auf Platz drei müssen die Weltmeister von 2006 nun um die begehrten Rollsitze im Großboot bangen.

Thiele/Huth im Doppelzweier auf Platz zwei

Für die wenigen Lichtblicke sorgten der Männer-Doppelvierer als Dritter sowie Ann-Katrin Thiele/Christiane Huth (Leipzig/Potsdam) als Zweite im Doppelzweier nur knapp über zwei Sekunden hinter den Weltmeisterinnen Qin Li/Liang Tian aus China. Die chinesische Flotte war aber nicht nur deswegen das Maß aller Dinge. Mit fünf Siegen war der Olympia-Gastgeber die erfolgreichste Nation auf dem Rotsee.

Den Erfolg im mit der kompletten Weltelite besetzten Einer-Feld holte sich Vize-Weltmeister Ondrej Synek (Tschechien) vor Weltmeister Mahe Drysdale (Neuseeland). Der deutsche Meister Marcel Hacker (Frankfurt/Main) hatte am Freitag seinen Hoffnungslauf aufgegeben, da er sich "kaputt und leer" fühlte. In den nächsten Tagen wird es ein Gespräch zwischen Hacker seinem Trainer Andreas Maul und Michael Müller über die weitere Planung für Peking geben.

Der Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann, der ebenso wie Stephanie Schiller (Potsdam) im Frauen-Einer bei der Olympia-Qualifikation in Posen (15. bis 18. Juni) noch das Peking-Ticket lösen muss, präsentierte sich nur knapp geschlagen als Vierter in ansprechender Form.