2008.06.01 Neuss : Jelimo überzeugt bei Golden-League-Auftakt

Beim Golden-League-Auftakt in Berlin hatten 400-m-Weltmeister Jeremy Wariner und Weitsprung-Weltmeister Irving Saladino das Nachsehen. Pamela Jelimo lief über 800m Weltbestzeit.

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Pamela Jelimo läuft weltbeste 800-m-Zeit seit 1997

Beim Golden-League-Auftakt in Berlin endeten die Erfolgsserien von gleich zwei Stars der Leichtathletik-Szene. 400-m-Weltmeister Jeremy Wariner (USA) verlor in 44,07 erstmals seit September 2005 und flog gleich aus dem Millionen-Jackpot der "Königsklasse". Auf der Strecke blieb auch Panamas Weitsprung-Weltmeister Irving Saladino, der eine Woche nach seinen 8,73m die erste Niederlage seit Juli 2006 erlitt. Dafür lief die neue Power-Frau Pamela Jelimo (Kenia/19) mit der weltweit besten 800-m-Zeit seit 1997 (1:54,99) ins Rampenlicht.

Friedrich und Harting zeigen ihre Klasse

Aus deutscher Sicht überzeugten Hochspringerin Ariane Friedrich mit ihrem ersten Zwei-Meter-Sprung im Freien sowie Diskus-Vizeweltmeister Robert Harting mit der Steigerung seiner Bestleistung um sieben Zentimeter auf 67,70m.

Jelimo ist jetzt ebenso Favoritin auf einen Anteil am Million-Jackpot wie Hochsprung-Überfliegerin Blanka Vlasic (Kroatien/2,03m), die ihre Siegesserie vor offiziell 67.164 Zuschauern im Olympiastadion beim 67. ISTAF auf 25 Erfolge ausbaute. Dagegen unterlag Olympiasieger Jeremy Wariner (USA) erstmals seit September 2005 wieder in einem 400-m-Rennen. Der US-Amerikaner musste in 44,07 seinem Landsmann LaShawn Merrit (44,03/Jahres-Weltbestzeit) den Vortritt lassen und verspielte die Chance auf die Dollar-Million.Das Schicksal teilte er mit Weitsprung-Weltmeister Irving Saladino. Der in der Vorwoche auf 8,73m verbesserte 25-Jährige aus Panama kassierte als Siebter mit 7,92m die erste Niederlage seit dem 8. Juli 2006. Dazwischen lagen 21 Erfolge in Serie.

Von den rund 40 deutschen Startern überragten gut zwei Monate vor den Sommerspielen in Peking die Frankfurterin Friedrich, die in der Hallensaison schon über 2,02 geflogen war als Zweite, sowie Lokalmatador Harting. Er musste sich nur dem überraschend starken Iraner Ehsan Hadadi sowie Olympiasieger Virgilijus Alekna (Litauen) geschlagen geben. Beide kamen auf 69,12m. "Geiler als hier war es noch nie, Gänsehaut pur", sagte der 23-jährige Harting, der nach WM-Silber in Peking Olympiabronze anstrebt.

Fünf Jahres-Weltbestleistungen zum Golden-League-Auftakt

Für die Sommerspiele empfahlen sich mit Normerfüllungen auch 1500-m-Meister Carsten Schlangen, (3:34,99 Minuten) als Zehnter und die Bremerin Carolin Nytra (12,92) als Sechste über 100-m-Hürden. Insgesamt gab es bei dem 2,6 Millionen Euro teuren Sportfest, das erstmals die Königsklasse der Leichtathletik eröffnete, fünf Jahres-Weltbestleistungen. Wobei Vlasic mit 2,03 die von ihr selbst gehaltene Marke nur einstellte. Verbesserungen gelangen Merritt, Jelimo, über 1500m Augustine Kiprono Choge (3:31,57) und über 5000m in 12:50,55 Moses Masai (alle Kenia).

Die deutschen Stabhochspringer enttäuschten: Vorjahressieger Danny Ecker (Leverkusen/5,70) schaffte wenigstens Platz vier. Dominiert wurde der Wettbewerb vom russischen Hallen-Weltmeister Jewgeni Lukjanenko (5,85).

Die größte Pleite aus deutscher Sicht war der letzte Platz von Sydney-Olympiasieger Nils Schumann im 800-m-B-Lauf (1:47,78): "Ich wollte hier die Norm von 1:45,50 laufen. Jetzt glaube ich nicht mehr wirklich an Olympia", meinte der 30-Jährige anschließend.