2008.06.01 Neuss : Niklaus bangt um Olympia-Ticket

Zehnkämpfer Andre Niklaus muss nach dem Meeting in Götzis um seine Olympia-Teilnahme bangen. Der WM-Fünfte war nach neun Disziplinen nur viertbester Deutscher und stieg aus.

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Zehnkämpfer Andre Niklaus muss um Olympia-Ticket zittern

Die interne Ausscheidung der deutschen Leichtathleten um die jeweils drei olympischen Mehrkampf-Tickets für Peking entwickelt sich zu einem unerwartet spannenden Rennen. So muss nach dem Meeting in Götzis/Österreich im WM-Fünften Andre Niklaus sogar der vermeintlich klarste Olympia-Anwärter akut um sein Ticket zittern. Der Hallen-Weltmeister 2006 war nach neun Disziplinen als Zwölfter nur viertbester Deutscher und verzichtete auf den abschließenden 1500-m-Lauf.

Niklaus muss in Ratingen zulegen

Vor der endgültigen Qualifikation in Ratingen in drei Wochen steht der Berliner nun gewaltig unter Druck. "Ich werde dort noch zulegen und den Jungs Feuer machen können", versprach Niklaus: "Die anderen können es jetzt lockerer angehen, aber vielleicht wird diese Lockerheit zum Genickbruch." Der Punktbeste des Wettkampfs in Rheinland und die beiden besten aller Meetings haben bei Normerfüllung das Ticket sicher.

Insgesamt knackten beim traditionellen Meeting in Vorarlberg sechs Deutsche die interne Olympia-Norm. Im Zehnkampf waren dies beim Sieg des WM-Dritte Dmitri Karpow (Kasachstan/8504) der EM-Fünfte Pascal Behrenbruch (Frankfurt/8242 Punkte) als Sechster und der WM-Neunte Arthur Abele (Ulm/8220) als Siebter. Jacob Minah (Göttingen) gab beim 1500-m-Lauf auf, Norman Müller (Halle/Saale) war durch drei ungültige Weitsprung-Versuche zurückgeworfen worden.

Minah, Abele und Behrenbruch setzen Niklaus unter Druck

Minah (10,78 Sekunden über 100m und 48,05 über 400), Abele (13,94 Sekunden über 110-m-Hürden und 4:15,77 Minuten über 1500) sowie Behrenbruch (Frankfurt/16,58m im Kugelstoßen) sorgten in der Hälfte der Disziplinen für die beste Leistung im Feld und setzten Niklaus damit unter Druck. Zumal Michael Schrader (Uerdingen/Dormagen) bei dem ebenfalls für Peking zählenden Wettkampf in Bernhausen/Württemberg bereits 8194 Punkte (Olympia-Norm 8050) vorgelegt hatte.

"Das Rennen ist noch völlig offen", meinte DLV-Teamleiter Claus Marek: "Andre hat am zweiten Tag gezeigt, dass er seine Form noch nicht verloren hat und sicher in der Lage ist, zurückschlagen." Athlet mit dem "zweifellos größten Potenzial" ist für Marek aber Behrenbruch. Der Hesse war zufrieden: "Olympia ist mein Ziel, und das war ein großer Schritt."