2008.06.03 Neuss : Mourinho peilt mit Inter die europäische Spitze an

Trainer-Star Jose Mourinho will mit dem italienischen Meister Inter Mailand einen neuen Kurs ansteuern und Inter an die Spitze des europäischen Fußballs führen.

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Jose Mourinho will Inter in eine neue erfolgreichere Ära führen

Der neue Trainer von Inter Mailand Jose Mourinho will mit seinem neuen Club die europäische Spitze stürmen. "Ich will die Möglichkeit haben, die Philosophie dieser Mannschaft zu ändern", sagte der Portugiese in gutem Italienisch am Dienstag bei seiner Vorstellung in Appiano Gentile, einem Vorort von Mailand, und formulierte ein klares Ziel: "Die Champions League ist ein Traum für viele. Es gibt ein Dutzend Mannschaften, die die 'Königsklasse' gewinnen wollen, und Inter gehört dazu."

Allerdings will Mourinho die "Schwarz-Blauen" nicht komplett umkrempeln. "Ich mag die Truppe und habe großes Vertrauen in die Jungs. Ab sofort bin ich der größte Inter-Fan", sagte der 45-Jährige, der am Montag in Mailand einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben hatte und dafür angeblich 27 Millionen Euro netto erhalten soll.

Nicht mehr als drei Transfers

Der erwartete Kaufrausch des Exzentrikers, der 2004 mit dem FC Porto die Champions League gewann, wird wohl ausbleiben. "Ich habe immer schon gedacht, dass meine Spieler die besten sind. Jetzt sind halt die besten Fußballer der Welt die von Inter. Ich werde von Präsident Massimo Moratti nicht mehr als maximal drei Spieler verlangen", meinte Mourinho. Er wolle "nur" 21 Spieler sowie drei Torhüter und nicht 60 Leute trainieren. Mehr brauche der Verein nicht, um wettbewerbsfähig zu sein.

Zuletzt spekulierten die italienischen Medien, dass der im September letzten Jahres beim FC Chelsea entlassene Coach Spieler seines Ex-Klubs auf der Wunschliste habe. So wurden der englische Nationalspieler Frank Lampard, Mittelfeldakteur Michael Essien, Angreifer Didier Drogba und Mourinhos Landsmann Ricardo Carvalho als Wechselkandidaten genannt. "Ich habe gelesen, dass ich quasi alle Spieler Europas kaufen will, aber das stimmt nicht", sagte Mourinho, der in Mailand die Nachfolge des in der vergangenen Woche entlassenen Roberto Mancini antritt.

Guiseppe Baresi wird der neue Co-Trainer

Der Kontakt zu den Norditalienern sei dabei bereits im März zustande gekommen, als Mancini nach dem Aus in der Champions League spontan seinen Rücktritt angeboten und anschließend sofort wieder zurückgenommen hatte, bestätigte Mourinho, dessen neuer Co-Trainer der italienische Ex-Nationalspieler Giuseppe Baresi sein wird.

Trotz seiner bisherigen zehn Vereinstitel als Trainer will der Portugiese bei Inter aber keinen Hype um sich machen: "Ich bin schon ein guter Coach, aber ich will nicht außergewöhnlich sein. Inter ist hier das Besondere", sagte Mourinho, der sich bei seinem Amtsantritt 2004 in London noch den Spitznamen "The Special One" ("Der Besondere") gegeben hatte.

"Ich wollte schon immer einen großen Klub in Italien trainieren. Für mich ist der Job bei Inter eine große Herausforderung", erklärte der 45-Jährige und fügte mit einem verschmitzten Lächeln hinzu: "Und ich glaube, für die Journalisten könnte es sehr unterhaltsam werden."