2008.06.05 Neuss : Champions League ohne FC Porto und ZSKA Sofia

Der portugiesische Meister FC Porto ist durch die UEFA wegen Schiedsrichterbestechung von der Champions League ausgeschlossen worden. ZSKA Sofia scheiterte an den Lizenzkriterien.

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Die UEFA schließt den FC Porto von der Champions League aus

Der portugiesische Meister FC Porto und Bulgariens Titelträger ZSKA Sofia sind von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) von der Champions-League-Saison 2008/09 ausgeschlossen worden. Porto wurde wegen Schiedsrichterbestechung die Tür zur "Königsklasse" zugeschlagen, diese Entscheidung bestätigte die UEFA am Mittwoch. Den Ausschluss von Sofia gab der bulgarische Fußball-Verband BFU am Donnerstag bekannt. ZSKA hat die Lizenzkriterien der UEFA nicht erfüllt.

"Der Kontroll- und Disziplinarausschuss der UEFA hat entschieden, dass der FC Porto nicht an der Champions League 2008/09 teilnehmen darf, nachdem die Schiedsrichter-Bestechungsvorürfe untersucht worden sind", teilte der Verband mit.

Porto kündigt Berufung an

Der Verein kündigte bereits an, gegen das Urteil Berufung einlegen zu wollen. Bei den Verstößen handelt es sich um Vorfälle aus der Saison 2003/04, für die der Titelträger am Ende der abgelaufenen Saison vom nationalen Ligaverband mit dem Abzug von sechs Punkten und 150.000 Euro bestraft worden war.

Da Porto, das damals vom späteren Chelsea-Coach Jose Mourinho trainiert worden war, in dieser Saison mit 20 Punkten Vorsprung den Titel geholt hatte, hatte die Strafe keinen Einfluss auf den Ausgang der Meisterschaft. Vereinspräsident Jorge da Costa wurde zudem für zwei Jahre gesperrt.

Die UEFA hatte sich beim portugiesischen Verband Informationen über den Bestechungsskandal eingeholt. Da Porto durch das Vergehen gegen UEFA-Regularien - Artikel 1.04 (d) - verstoßen hatte, entschloss sich der kontinentale Verband jetzt zum Ausschluss. Um an der Champions League teilzunehmen, darf ein Klub nicht in Dinge verwickelt gewesen sein, die den "Ausgang des Spiels unrechtmäßig beeinflussen", erklärte die UEFA.

Für den FC Porto würde der Drittplatzierte der Saison, Vitoria Guimaraes, in die Champions League aufrücken.

Am Donnerstag traf es dann Sofia. "ZSKA wird nicht an der Champions League teilnehmen. Diese Entscheidung ist endgültig", teilte der bulgarische Verband mit. ZSKA, das seinen 31. Meistertitel ohne Saisonniederlage holte, wäre in der Qualifikation angetreten. Am Mittwoch hatte der Verein für den Fall des Ausschlusses den Gang in die Berufung angekündigt.

ZSKA-Präsident wirft das Handtuch

ZSKA-Präsident Alexander Tomow zog die Konsequenzen aus der Sanktionierung und reichte seinen Rücktritt ein. "Ich muss das tun, weil ich, nur ich, für die Situation verantwortlich bin", sagte Tomow. Er wird durch Emil Kostadinow ersetzt, der von 1994 bis 1996 in der Bundesliga für Bayern München stürmte. Der ehemalige Nationalspieler war bislang Geschäftsführer des Klubs.