2008.06.07 Neuss : Sverkos spuckt der Schweiz in die Suppe

Für Co-Gastgeber Schweiz ist der EM-Auftakt gründlich in die Hose gegangen. Die Eidgenossen verloren in Basel durch ein Tor von Vaclav Sverkos 0:1 (0:0) gegen Tschechien.

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Vaclav Sverkos bejubelt seinen Siegtreffer gegen die Schweiz

Den historischen Sieg verpasst und den Kapitän verloren: Für Gastgeber Schweiz hat die EM denkbar schlecht begonnen. Beim 0:1 (0:0) im Eröffnungsspiel in Basel gegen Tschechien kassierten die Eidgenossen nicht nur die erste Niederlage, sondern mussten auch den Ausfall ihres Rekordtorschützen Alexander Frei von Borussia Dortmund verkraften.

Der frühere Bundesliga-Profi Vaclav Sverkos besiegelte in der 70. Minute die Auftaktpleite der Schweizer, die bis dahin deutlich überlegen gewesen waren. Der ehemalige Gladbacher und Berliner war erst 14 Minuten zuvor für den Nürnberger Jan Koller eingewechselt worden. Die Gastgeber verpassten damit unter den Augen ihres künftigen Nationaltrainers Ottmar Hitzfeld auch in ihrem siebten EM-Spiel den ersten Erfolg. Die größte Chance zum Ausgleich vergab Johan Vonlanthen (80.) mit einem Schuss an die Unterkante der Latte.

Kapitän Frei muss kurz vor der Halbzeit raus

Schon drei Minuten vor der Pause hatten die Schweizer den ersten Schock erlitten: Frei zog sich bei einem Zusammenprall mit Zdenek Grygera eine Knieverletzung zu, die ihn zum Ausscheiden zwang. Der Dortmunder, der erst im Januar nach achteinhalb Monaten Pause nach einer Hüft- und einer Waden-OP zurückgekehrt war, humpelte unter Tränen vom Platz. Bei der ersten Untersuchung am Spielfeldrand schlug der 28-Jährige entsetzt die Hände vors Gesicht. Die Schweizer Fans im St. Jakob-Park hielten geschockt den Atem an. Mitte der zweiten Halbzeit kehrte Frei auf Krücken auf die Schweizer Bank zurück.

Bis zu seinem Aus war der Dortmunder, der in 60 Länderspielen 35 Tore erzielte, bester Mann auf dem Platz gewesen. Bereits in der dritten Minute gab er den ersten Warnschuss auf das Tor von Petr Cech ab, verfehlte aber noch das Gehäuse. Per Hacke leitete Frei zudem die zweite gute Chance der Eidgenossen ein, als Gökhan Inler aus 20 Metern Cech prüfte (19.).

Tschechien fehlt das spielerische Moment

Die beste Möglichkeit zur Schweizer Führung hatte Frei selbst: Nach einem weiteren Abschlag des Wolfsburger Torhüters Diego Benaglio kam der Angreifer zehn Meter vor dem Tor an den Ball, scheiterte aber an dem herausstürmenden Cech (21.). Mit einem Schuss aus 30 Metern zwang der Dortmunder den Keeper des Champions-League-Finalisten FC Chelsea noch einmal zu einer Parade (36.).

Während die Schweizer dank Frei und des Stuttgarters Ludovic Magnin, der ebenfalls eine starke Leistung bot, die erste Halbzeit dominierten, enttäuschten die Tschechen. Ohne ihren verletzten Spielmacher Tomas Rosicky fehlte dem Europameister von 1976 das spielerische Moment, um die Gastgeber unter Druck zu setzen. Koller stand in der Sturmspitze auf verlorenem Posten.

Schweizer bestimmen das Spiel

Der Hamburger David Jarolim wurde auf der rechten Mittelfeldseite zwar häufig angespielt, machte aber wenig aus seinen Möglichkeiten. Immerhin war der 29-Jährige für die erste gefährliche Situation vor dem Schweizer Tor verantwortlich: Seine Flanke fälschte Magnin ab, doch Benaglio parierte (13.).

Auch nach dem Seitenwechsel bestimmten die Gastgeber weiter das Spiel. Magnins Schuss aus 20 Metern wehrte Cech ab (49.), der Freistoß des für Frei eingewechselten Ex-Stuttgarters Hakan Yakin aus 25 Metern verfehlte knapp das Tor (50.). Gefährlich für Benaglio wurde es erst wieder, als Libor Sionko und Grygera eine Flanke von Marek Jankulovski knapp verpassten (60.).