2008.06.08 Neuss : DFB-Auswahl heiß auf Spiel gegen Polen

Vor dem Spiel gegen Polen heute Abend ist die Stimmung im Lager der deutschen Nationalmannschaft denkbar gut. "Ich bin froh, dass es endlich losgeht", so Bundestrainer Joachim Löw.

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Das Warten hat ein Ende für Bundestrainer Joachim Löw

Auf die deutsche Nationalmannschaft wartet heute Abend (20.45 Uhr/live im ZDF) der erste Prüfstein. Vor dem EM-Auftaktspiel der Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw gegen Polen ist die Stimmung im deutschen Lager von Optimismus geprägt. "Ich bin froh, dass es endlich losgeht", so Löw. Nach knapp drei Wochen Vorbereitung, etlichen Trainingseinheiten, vielen Gesprächen und noch mehr Spekulationen um Aufstellung, Form und Ziele hat die Warterei und Ungewissheit nicht nur für den Bundestrainer ein Ende.

Am Samstagnachmittag hob die deutsche Nationalmannschaft in ihrem Charter-Flugzeug vom schweizerischen Lugano nach Klagenfurt in Österreich ab, wo heute die erste Etappe der Bergtour 2008 auf dem Programm steht.

Löw und sein Team traten die Reise aus ihrem EM-Quartier nach Österreich mit "großem Ehrgeiz und Optimismus" an. "Wenn sich bei uns jeder in den Dienst der Mannschaft stellt und wir als verschworene Einheit auftreten, dann muss der EM-Titel kein Traum bleiben", schrieb Löw in einem offenen Brief an die deutschen Fans in mehreren deutschen Tageszeitungen.

Ziel ist eine Bergtour mit Happy-End

Ziel nach dem Sommermärchen bei der WM 2006 sei es, verdeutlichte der Bundestrainer weiter, "dass wir wieder Millionen von Fans begeistern und uns mit unserem DFB-Team von der besten Seite zeigen und attraktiven Fußball bieten wollen. Denn wir wollen das schaffen, was uns vor zwei Jahren kurz vor dem großen Ziel verwehrt blieb. Dieses Mal soll unsere Bergtour ein Happy-End erleben - am 29. Juni, im EM-Endspiel von Wien."

"Wir müssen das erste Spiel gewinnen, um uns Selbstvertrauen für den weiteren Turnierverlauf zu holen", forderte Kapitän Michael Ballack und verlangte von seinen Mitspielern, dass sie "die nötige Aggressivität, den Biss und den absoluten Willen zeigen, das Spiel zu gewinnen." Um die starken Polen zu bezwingen, müsse man auch "Wege gehen, die wehtun". Zudem sei das Abwehrverhalten "überlebenswichtig. Bei guten Turnieren war unsere Defensive immer der Garant für den Erfolg."

Torsten Frings, neben Ballack der Schlüsselspieler der DFB-Auswahl im Mittelfeld, ist jedenfalls davon überzeugt, dass alle wissen, um was es geht. Zumal sich die Mannschaft seit der WM "weiterentwickelt hat. Wir glauben tatsächlich daran, dass wir Europameister werden können". Und Löw ist überzeugt, "dass alle auf den Punkt topfit sind".

Vieles hängt an Lukas Podolski

In welcher Besetzung der erste Schritt zum Titelgewinn erfolgen soll, blieb auch am Samstag noch das große Geheimnis. Bundestorwarttrainer Andreas Köpke sagte nur, dass sieben, bis acht Positionen "gesetzt sind". Ansonsten wollte der DFB-Trainerstab das Abschlusstraining im Wörthersee-Stadion in Klagenfurt abwarten und noch einige Einzelgespräche führen, "um zu sehen, in welcher mentalen Verfassung die Spieler sind und wie sie mit der Aufgabe zurecht kommen, die wie für sie angedacht haben", erklärte Löw. Am Vormittag soll dann die Mannschaft über die Aufstellung informiert werden.

Offensichtlich hängt vieles oder sogar alles an Lukas Podolski. Bildet der Münchner wie bei der WM 2006 den Angriff mit dem gesetzten Miroslav Klose, dann wäre zunächst kein Platz für Mario Gomez. Kommt Podolski im linken Mittelfeld zum Einsatz, müssen Clemens Fritz oder sogar Bastian Schweinsteiger um ihren Platz bangen. Allerdings lobte Löw den Münchner nach der Ankunft in Österreich: "Basti hat sich in dieser Woche deutlich gesteigert."

Zumindest eine Entscheidung ist schon gefallen: Hinter Stammkeeper Jens Lehmann wird Robert Enke die Nummer zwei sein, Rene Adler muss sich zunächst mit der Rolle als Ersatz für den Ersatz begnügen.