2008.06.11 Neuss : Ex-Toyota-Sportchef Andersson tödlich verunglückt

Der ehemalige Toyota-Sportchef Ove Andersson ist bei einer Oldtimer-Rallye tödlich verunglückt. Unter seiner Regie stieg der japanische Automobilkonzern 2002 in die Formel 1 ein.

bto
Ove Andersson ist tot

Der ehemalige Rallye-Pilot und Toyota-Sportchef Ove Andersson ist heute tödlich verunglückt. Wie Toyota mitteilte, starb der 70 Jahre alte Schwede nach einem Unfall bei der Oldtimer-Rallye Milligan Vintage Trial, als sein Volvo 444 aus den Fünfziger Jahren in einer nicht einsehbaren Kurve frontal mit einem anderen Fahrzeug zusammenstieß.

"Jeder bei Toyota ist extrem geschockt und sehr traurig nach dieser schrecklichen Nachricht. Ove war eine Inspiration für unser Team und für viele im Motorsport. Sein Tod ist ein großer Verlust für unseren Sport", sagte Toyotas aktueller Sportchef Tadashi Yamashina.

Andersson war in den Siebziger Jahren selbst erfolgreich als Rallye-Fahrer unterwegs, unter anderem mit Co-Pilot Jean Todt, dem späteren Ferrari-Teamchef. 1971 gewann Andersson die legendäre Rallye Monte Carlo, 1975 holte er sich den Sieg bei der Safari-Rallye. Neben seinen Rallye-Einsätzen war der immer freundliche Skandinavier auch bei großen Sportwagenrennen wie der Targa Florio oder den 24 Stunden von Daytona teil.

Parallel baute Andersson sein eigenes Rallye-Team auf, mit dem er 1975 von Schweden nach Brüssel umzog, bevor aus diesem Team 1979 das Rallye-Werksteam von Toyota in Köln entstand. Unter der Führung des Schweden holten die Japaner bis zum WM-Ausstieg 1999 vier Fahrertitel - zwei davon mit dem Spanier und heutigen VW-Piloten Carlos Sainz - sowie dreimal die Marken-WM.

"Die Formel 1 war der nächste Schritt"

Danach engagierte sich Toyota mit Andersson zunächst bei den 24 Stunden von Le Mans, wo 1999 ein zweiter Platz heraussprang, bevor man 2002 den Schritt in die Königsklasse wagte. "Die Formel 1 ist die ultimative Herausforderung im Motorsport. In der Rallye konnten wir nichts mehr erreichen, vielleicht in Le Mans, aber die Formel 1 war der nächste Schritt", erklärte Andersson seinerzeit in einem sid-Interview die Gründe für den Formel-1-Einstieg.

Toyota machte es sich dabei auch nicht so einfach, ein bestehendes Team zu übernehmen oder nur Motoren zu liefern. Nach dem Vorbild von Ferrari baute man von Anfang an Motor und Auto selbst. "Wenn man ein Team mit Motoren beliefert, erhält man nicht die gleiche Aufmerksamkeit als wenn man alles selbst macht", sagte Andersson.

2003 zog er sich mit Erreichen des Rentenalters aus der Teamführung zurück, blieb aber Ehrenpräsident und Berater. Er hinterlässt eine Frau, zwei Söhne und eine Tochter.