2008.06.12 Neuss : Für Österreich beginnt gegen Polen die K.o.-Runde

Nach der Auftaktniederlage muss Co-Gastgeber Österreich heute gegen Polen punkten. "Für das letzte Gruppenspiel wollen wir uns alle Chancen offenhalten", so Teammanager Herzog.

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Österreich steht gegen Polen bereits unter Zugzwang

Polen vor der Brust, Deutschland im Sinn: Trotz des Fehlstarts gegen Kroatien träumt Österreichs Teammanager Andreas Herzog vor dem zweiten Gruppenspiel gegen die "Kadra" am heutigen Donnerstag (20.45 Uhr/live im ZDF) in Wien bereits von einem Vorrunden-Finale gegen Deutschland.

"Wir sind sicher auch in der Lage, gegen Deutschland zu gewinnen. Für das letzte Gruppenspiel wollen wir uns alle Chancen offenhalten. Deshalb beginnt für uns mit dem Spiel gegen Polen bereits die K.o.-Runde. Wir brauchen einen Sieg", sagte der frühere Bundesliga-Profi von Werder Bremen und Bayern München vor dem Duell der Verlierer im Ernst-Happel-Stadion.

Letzter Sieg gegen Polen liegt 14 Jahre zurück

Allerdings liegt der letzte Erfolg des Weltranglisten-92. gegen die Osteuropäer bereits mehr als 14 Jahre zurück. Am 17. Mai 1994 gewann Österreich in Kattowitz mit 4:3, seitdem setzte es nur noch Niederlagen. Doch daran verschwenden die Österreicher derzeit keinen Gedanken. Mit dem Mute der Verzweiflung will das Team von Trainer Josef Hickersberger die Hoffnungen der Fans in ganz Österreich auf den Einzug ins Viertelfinale aufrechterhalten.

"Jetzt erst recht. Schließlich sind die Portugiesen 2004 auch noch ins Finale gekommen, nachdem sie das Auftaktspiel verloren hatten", sagte Verteidiger Sebastian Prödl, der ab der neuen Saison das Trikot von Werder Bremen trägt.

Taktisch wird es bei den Österreichern im Vergleich zum 0:1 gegen Kroatien wohl einige Veränderungen geben. Im Angriff duellieren sich der gegen die "Feurigen" schwache Roland Linz und Roman Kienast. Chancen auf einen Platz in der Startaufstellung werden zudem dem Neu-Frankfurter Ümit Korkmaz eingeräumt. Im zentralen Mittelfeld liegt die Last wieder auf den Schultern von Andreas Ivanschitz, der gegen die Kroaten kaum in Erscheinung getreten war.

"Wir müssen das Spiel gegen die Kroaten endgültig abhaken und uns auf unsere Stärken besinnen. Mit einem Sieg gegen Polen haben wir alle Chancen auf das Viertelfinale. Es ist das entscheidende Spiel, aber wir werden gewiss nicht blind nach vorne stürmen", meinte der 24-Jährige.

Während sich die Österreicher alleine auf sich konzentrieren, schießen die Polen schon wieder die ersten Giftpfeile ab. Nach den unsäglichen Medien-Attacken gegen die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Vorfeld der ersten Partie ist nun Ivanschitz das Opfer.

"Ivanschitz ist nicht einmal ein Mittelklassespieler. Die Österreicher machen ihn gerne zum Star, aber das ist künstlich. Bei beiden Mannschaften ist die Stärke das Teamwork", urteilte Polens Chefscout Jan Urban.

Krzynowek: "Alles tun, um zu gewinnen"

Doch damit wollen die Polen offenbar nur ihre eigenen Probleme kaschieren. Denn die ohnehin vom Verletzungspech arg gebeutelte Mannschaft von Trainer Leo Beenhakker muss gegen den EM-Gastgeber auch noch auf den verletzten Kapitän Maciej Zurawski verzichten. "Trotzdem müssen wir positiv denken. Es geht um sechs Punkte, wir müssen alles tun, um zu gewinnen", erklärte Jacek Krzynowek vom Bundesligisten VfL Wolfsburg.

Trainer Beenhakker, der fest mit einem Einsatz des zuletzt am Knöchel lädierten Mariusz Lewandowski rechnet, sieht derweil einem möglichen Vorrunden-Aus gelassen entgegen. "Es ist ein Wunder, ein Wunder, dass wir überhaupt bei der EM sind. Ich kann mich noch sehr gut an den Start im September 2006 erinnern, als niemand Vertrauen und Glauben in den polnischen Fußball hatte", meinte der Niederländer.