2008.06.14 Neuss : Deutsche Kanutinnen fahren drei Siege ein

Beim Weltcup in Duisburg landeten der Vierer-, Einer- und Zweierkajak der deutschen Frauen Auftaktsiege. Auch im Kampf um die Olympia-Tickets deuten sich erste Entscheidungen an.

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Der Viererkajak um Schlagfrau Fanny Fischer

Der Heim-Weltcup in Duisburg wurde am ersten Finaltag von den deutschen Frauen beherrscht - sie fuhren gleich drei Siege ein. Schlagfrau Fanny Fischer (Potsdam) führte das Vierer-Flaggschiff über 500 Meter dabei zum einzigen Triumph in einer olympischen Bootsklasse. Zudem siegten Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) im Einerkajak und Tina Dietze/Friedericke Leue (Leipzig/Magdeburg) im Zweierkajak über die bei den Frauen nicht-olympische 1000-Meter-Strecke.

Einercanadier-Olympiasieger Andreas Dittmer (Neubrandenburg) paddelte 1,422 Sekunden hinter dem Kanadier Thomas Hall als Zweiter über die lange Distanz ins Ziel. Er lag aber wieder deutlich vor seinem fünftplatzierten Herausforderer Sebastian Brendel (Potsdam). "Wenn man das Olympia-Ticket in der Tasche hat, ist es schon schwerer, sich zu motivieren", meinte Dittmer.

Männer-Viererkajak bucht wohl Olympia-Ticket

Im Kampf um die letzten vakanten Olympia-Tickets buchte der Männer-Viererkajak als Zweiter 0,856 Sekunden hinter Weißrussland wohl die Fahrkarten nach China. Der einstige Wildwasser-Weltmeister Max Hoff (Köln) verpasste als Sechster im Einerkajak erneut die Nominierungskriterien, wird aber wohl in Peking dabei sein.

Im Zweierkajak ist nach Platz drei für Norman Zahn/Marcus Gross (Essen/Berlin) die Olympia-Besetzung für Peking weiter völlig offen. In den sechs olympischen Bootsklassen gab es für das deutsche Team insgesamt einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze - eine mäßige Bilanz, die am Sonntag in den sechs restlichen Peking-Entscheidungen noch aufgestockt werden soll.

Sonderlob für Fanny Fischer

"Ich sehe hier in Duisburg hoch motivierte Sportler und rechne mir in Peking einiges für die deutsche Mannschaft aus", sagte DOSB-Präsident Thomas Bach in Duisburg. Er lobte nach dem Rennen auf der für 19 Millionen Euro umgebauten Strecke besonders den Kajak-Vierer um Fanny Fischer: "Gerade, wenn ich dieses junge Quartett sehe, weiß ich, dass die DKV-Flotte bereit für die Olympischen Spiele ist."

Die Nichte der deutschen Rekord-Olympiasiegerin Birgit Fischer, Nicole Reinhardt (Lampertheim), Carolin Leonhardt (Mannheim) und Katrin Wagner-Augustin hatten mit 46 Tausendstelsekunden Vorsprung vor Polen gesiegt. "Es war knapp, aber letztlich zählt der Sieg. Wir brauchen ein bisschen Pause, dann werden wir bei Olympia stark sein", sagte Fischer.

Einen Rückschlag gab auf dem Weg zu Olympiagold dagegen für die Olympiasieger Christian Gille/Tomasz Wylenzek (Leipzig/Essen), die nicht zum Finale antraten. Gille musste wie schon bei der EM wegen einer Rückenwirbelblockade passen und reiste vorzeitig ab.