2008.06.14 Neuss : Villas "Last-Minute"-Tor bringt Spanien den Sieg

Spanien hat in der Gruppe D 2:1 (1:1) gegen Schweden gewonnen und das Viertelfinalticket gebucht. David Villa traf in der Nachspielzeit zum zweiten Sieg im zweiten Spiel.

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Zlatan Ibrahimovic (l.) trifft zum 1:1-Ausgleich

Der spanische EURO-Held David Villa umarmte jeden seiner Mitspieler, ließ sich ausgiebig von den 10.000 Fans mit "Villa, Villa"-Sprechchören feiern und nahm bereits das EM-Finale ins Visier: Der 26 Jahre alte Stürmer sorgte mit seinem 2:1 (1:1)-Siegtreffer in der Nachspielzeit (90.) gegen Schweden erneut für eine EM-Fiesta und schoss den Titelanwärter zum vorzeitigen Gruppensieg und damit ins Viertelfinale.

In der Runde der besten Acht, über die die Spanier seit der EM 1984 bei einem großen Turnier nicht mehr hinauskamen, trifft der Europameister von 1964 am 22. Juni in Wien auf den Zweiten der Gruppe C. Mögliche Gegner sind Italien, Frankreich und Rumänien.

Stürmerstar Fernando Torres, der zum Auftakt noch im Schatten seines ansonsten blassen Angriffspartners David Villa gestanden hatte, hatte Spanien vor 30.772 Zuschauern im ausverkauften Tivoli-Stadion in Innsbruck mit seinem ersten Turniertreffer in Führung (15.) gebracht. Der Profi vom FC Liverpool vollendete ein Flanke von David Silva mit der Fußspitze an Schwedens Torhüter Andreas Isaksson vorbei. Die Schweden zeigten sich im 900. Länderspiel der Verbandsgeschichte aber wenig geschockt und schlugen durch Zlatan Ibrahimovic 19 Minuten später zurück (34.).

Ibrahimovic bleibt in der Kabine

Der 26 Jahre alte schwedische Superstar, der beim 2:0 zum Auftakt gegen Titelverteidiger Griechenland seine Torflaute im Nationaltrikot nach 1111 torlosen Minuten beendet hatte, ließ nach einer Flanke von Fredrik Stoor Gegenspieler Sergio Ramos schlecht aussehen. Für den Profi von Inter Mailand, der wegen Knieproblemen zur Halbzeit in der Kabine blieb, war es das 20. Tor im 52. Länderspiel. Begünstigt wurde der Treffer durch die Verunsicherung in der spanischen Hintermannschaft nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Abwehrchef Carles Puyol (24).

Die Spanier traten zunächst in Bestbesetzung sowie ohne personelle Veränderungen an und übernahmen zunächst die Initiative. Dabei tat sich die "Seleccion" mit dem technisch überlegenen Mittelfeld um Xavi, Andres Iniesta und David Silva aber schwer, die klaren Feldvorteile gegen die sehr tief stehende schwedische Abwehr in Torchancen umzumünzen. Auch nach dem ersten Länderspieltor von Torres nach neun Monaten ergaben sich kaum Tormöglichkeiten.

Für die Schweden, bei denen Johan Elmander und Fredrik Stoor die verletzten Christian Wilhelmsson (Oberschenkel/EM-Aus) und Niclas Alexandersson (Wade) auf der rechten Seite ersetzten, war der Rückstand ein Weckruf. Die Spanier ihrerseits zogen sich nach der Führung zunehmend in die Defensive zurück. Nach dem Ausfall von Puyol wirkte die spanische Abwehr verunsichert, was Schwedens Stürmerstar Ibrahimovic eiskalt zum Ausgleich für den WM-Dritten von 1994 ausnutzte.

Erst gegen Ende der ersten Halbzeit besannen sich die Spanier wieder auf ihre Stärken und verstärkten ihre Offensivbemühungen, hatten aber Pech, als Schiedsrichter Pieter Vink (Niederlande) nach einem Foul von Elmander an Silva den Elfmeterpfiff verweigerte.

In der zweiten Halbzeit musste "Tre Kronor" auf Torschütze Ibrahimovic verzichten. Für ihn kam Markus Rosenberg von Werder Bremen.

Isaksson vereitelt Dreifachchance

Allerdings übernahmen nun wieder die Spanier das Kommando, ohne die Durchschlagskraft vom ersten Spiel entwickeln zu können. In der 63. Minute tat sich noch einmal große Lücken in der gelb-blauen Abwehrwand der Schweden auf: Allerdings scheiterten der eingewecheslte Cesc Fabregas, David Villa und Fernando Torres innerhalb von 15 Sekunden an Schwedens Keeper Isaksson. Der Torhüter konnte sich danach auch noch bei den Schüssen von Marcos Senna und Torres auszeichnen, war beim Treffer von Villa aber chancenlos.