2008.06.15 Neuss : Schweiz will zum EM-Abschied Sieg gegen Portugal

Im Spiel zwischen der Schweiz und Portugal wollen sich heute die schon ausgeschiedenen Gastgeber mit einem Sieg von der EM verabschieden. Portugal ist bereits eine Runde weiter.

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Der scheidende Schweizer Trainer Jakob Kuhn

Heute (20.45 Uhr/live im ZDFinfokanal) kommt es bei der EM in der Gruppe A zum bedeutungslosen letzten Vorrundenspiel des bereits feststehenden Ersten Portugal gegen den ausgeschiedenen Gastgeber Schweiz. Voraussichtlich wird Portugals Trainer Luiz Felipe Scolari einigen Stars mit Blick auf das Viertelfinale - eventuell gegen Deutschland - am Donnerstag (20.45 Uhr) in Basel eine Pause gönnen.

Doch wer, wie lange und ob überhaupt auf der Bank bleibt, darüber schweigt sich der künftige Coach des englischen Vizemeisters FC Chelsea aus. Nur soviel ließ der Brasilianer wissen: "Ich habe keine B-Elf, wir haben einen Kader mit ausnahmslos gleichwertigen Spielern." In der Heimat wird damit gerechnet, dass allenfalls Stammtorhüter Ricardo auflaufen wird, eventuell Abwehrspieler Pepe.

Portugal hat die DFB-Auswahl vor Augen

Darüber hinaus beschäftigen sich die Zeitungen in Portugal weniger mit den Eidgenossen, sondern in der weisen Voraussicht, dass Deutschland in seinem abschließenden Gruppenspiel gegen EM-Gastgeber Österreich den nötigen Punkt holt, mit dem übernächsten Gegner und somit auch mit dem letzten EM-Duell gegen die DFB-Auswahl.

A Bola erinnerte in seiner Freitag-Ausgabe an den 20. Juni 2000, als man bei der EM in den Niederlanden und Belgien ebenfalls vorzeitig das Viertelfinale erreicht hatte, und die "Reservisten" die DFB-Auswahl im letzten Gruppenspiel beim 3:0 (drei Tore von Sergio Conceicao) bis auf die Knochen blamierte. Es war die bisher höchste deutsche Niederlage bei einer EM. Dem 1:3 im Spiel um Platz drei bei der WM 2006 wird indes kaum Bedeutung beigemessen.

Vor acht Jahren erreichte Portugal das EM-Halbfinale, scheiterte dort jedoch an Frankreich (1:2 n.V.). Doch Scolari will sich bei der EURO 2008 mit dem Titel verabschieden und seinem Nachfolger ein bestelltes Feld hinterlassen. Inzwischen werden zahlreiche Namen gehandelt. Nach Carlos Queiroz (Co-Trainer Manchester United), Jesualdo Ferreira (FC Porto) und Manuel Jose (Al Ahly Kairo) ist nun auch Scolaris brasilianischer Landsmann Zico im Gespräch, der zuletzt bei Fenerbahce Istanbul tätig war.

Schweizer wollen sich mit einem "Dreier" von der EM verabschieden

Bei den Eidgenossen ist die Nachfolge von Jakob "Köbi" Kuhn bereits geregelt. Der künftige "Nati"-Coach Ottmar Hitzfeld wird heute erneut auf der Tribüne sitzen, um die Aspiranten für die im September beginnende WM-Qualifikation zu sichten. "Zunächst wollen wir unserem Coach ein schönes Abschiedsgeschenk machen. Doch selbst wenn die Portugiesen mit dem B-Team antreten, ist das noch ein A-Team, deshalb wird es schwierig", wird Routinier Hakan Yakin im Blick zitiert.

Nach zwei Niederlagen mit dem entscheidenden 1:2 gegen die Türkei in der Nachspielzeit und insgesamt acht EM-Auftritten ohne Sieg hat sich die erste Enttäuschung gelegt - aber nicht der Gedanke an den ersten Dreier bei einer EURO. Deshalb wird Kuhn höchstwahrscheinlich sein derzeit stärkstes Team aufbieten. Ein Fragezeichen steht hinter dem 20 Jahre alten Talent Eren Derdiyok, der an einer Verstauchung im Sprunggelenk laboriert.