2008.06.17 Neuss : Albas erster Matchball in der "Hölle von Bonn"

Im vierten Spiel der Finalserie gegen die Telekom Baskets Bonn kann sich Alba Berlin heute zum Meister krönen. Doch erwartet die Berliner in der "Hölle von Bonn" ein heißer Tanz.

bbi1
Alba Berlin kann heute deutscher Basketball-Meister werden

Nach einem Feuerwerk greifen die "Albatrosse" in der "Hölle von Bonn" nach dem Titel: Alba Berlin kann sich zwei Tage nach dem beeindruckenden 99:69-Kantersieg gegen die Telekom Baskets Bonn im vierten Play-off-Finale der Basketball-Bundesliga (BBL) die lang ersehnte achte deutsche Meisterschaft sichern und eine fünf Jahre dauernde Durststrecke beenden. Doch der Hauptrunden-Primus erwartet trotz der Machtdemonstration im dritten Spiel und einer 2:1-Führung in der "best of five"-Serie heute (20.15 Uhr) einen heißen Kampf.

"Es wird die Hölle in Bonn. Die Unterstützung von den Rängen spielt eine große Rolle", sagte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi und erinnnerte an das zweite Endspiel. Bei der Premieren-Partie im neu gebauten Bonner Dome am vergangenen Mittwoch hatten 6000 Fans die Baskets zum 81:71-Sieg gepeitscht. Baldi warnt deshalb: "Das ist wie eine Wand, gegen die man läuft."

Nadjfeji warnt vor seinem alten Team

Albas Flügelspieler Aleksandar Nadjfeji, von 2001 bis 2005 noch für Bonn aktiv, weiß, was die Berliner erwartet: "Es wird hart. Sie wollen Revanche, und alle in der Halle werden gegen uns sein", sagte der Serbe, der im dritten Endspiel mit 16 Punkten hinter BBL-"MVP" Julius Jenkins (26 Zähler) zweitbester Berliner war. Alba-Kapitän Patrick Femerling stellt sich auf einen harten Kampf mit allen Mitteln ein: "Die Bonner werden nochmal richtig zuhauen."

Können die Berliner allerdings ihre starke Leistung vom Sonntag wiederholen, müssen sie sich vor dem "schwersten Auswärtsspiel der Saison" (Alba-Trainer Luka Pavicevic) wenig Sorgen machen. Vor 8861 Zuschauern in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle, darunter Popstar Herbert Grönemeyer, hatten die Hausherren den noch titellosen Hauptrunden-Siebten aus Bonn regelrecht demontiert. Allein im zweiten Spielviertel (35:9) spielte der siebenmalige Champion, der alle drei bisherigen Finalduelle beider Teams (1997, 1999, 2001) gewonnen hat, wie im Rausch.

Koch: "Wir werden nur Kleinigkeiten verändern"

Während die "Albatrosse" trotz der Nähe zum ersten Meistertitel seit 2003 nicht abheben, müssen die Bonner die herbe Niederlage bis Dienstag verarbeiten. "Ich glaube, die Mannschaft ist emotional eingebrochen", sagte Baskets-Coach Michael Koch nach der herben Pleite. Dennoch zeigte sich der Europameister von 1993 optimistisch für Spiel vier: "Das war nur ein Spiel, und da ist es egal, wie hoch man verliert. Wir werden Kleinigkeiten verändern und alles versuchen, um am Dienstag zu gewinnen."

Die Bonner können mit Recht auf den Heimvorteil setzen. Schließlich sind sie seit sieben Spielen vor eigenem Publikum ungeschlagen und kassierten in dieser Saison zu Hause nur vier Niederlagen. Zudem ließ der Baskets-Trainer ein mögliches Blitz-Comeback des verletzten Leistungsträgers John Bowler offen. Der Center hatte erst vor zwei Wochen einen Innenbandanriss im Knie erlitten.