2008.06.18 Neuss : UEFA verbannt Löw auf die Tribüne

Die UEFA hat Joachim Löw nach seinem "Platzverweis" aus dem Österreich-Spiel für das Viertelfinale gesperrt. Die Mannschaft wird somit von Assistent Hans-Dieter Flick gecoacht.

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Kehrt auf die Tribüne zurück: Joachim Löw (r.)

Bundestrainer Joachim Löw ist von der Kontroll- und Disziplinar-Kommission der Europäischen Fußball-Union (UEFA) endgültig für ein Spiel gesperrt worden. Damit kann der 48-Jährige die deutsche Nationalmannschaft am Donnerstag (20.45 Uhr/live in der ARD) im EM-Viertelfinale in Basel gegen Vize-Europameister Portugal nicht von der Bank aus betreuen und wird von Assistent Hans-Dieter Flick vertreten.

Neben Löw bekam auch der österreichische Teamchef Josef Hickersberger ein Innenraumverbot von der UEFA aufgebrummt. Bei einem Spiel Sperre besteht laut UEFA keine Möglichkeit, in Berufung zu gehen.

Löw "maßlos enttäuscht"

"Ich muss die UEFA-Entscheidung zur Kenntnis nehmen und möchte sie nicht kommentieren. Natürlich bin ich maßlos enttäuscht", sagte Löw. "Für den Fußball ist diese Entscheidung eine schwere Niederlage. Wir haben absolut kein Verständnis dafür. Er hat sich immer fair verhalten", kritisierte Teammanager Oliver Bierhoff. Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger konnte "in vollem Umfang" verstehen, "dass sich unser Bundestrainer ungerecht behandelt fühlt".

Löw muss nun im St. Jakob-Park von Basel auf der Tribüne Platz nehmen. Kontakt zur Trainerbank darf er nicht aufnehmen, darüber werden auch UEFA-Offizielle genau wachen. Löw war gegen Österreich in der 41. Minute auf die Tribüne verbannt worden. Dies zog eine automatische Sperre für ein Spiel nach sich, die die UEFA nach einer Sitzung am Mittwoch in Zürich bestätigte.

Laut UEFA-Begründung verhielten sich Löw und Hickersberger "sehr nervös" und schrien sich gegenseitig an. Auch den Vierten Offiziellen habe Löw angeschrien. Dies wurde als unkorrektes Verhalten gewertet.