2008.06.20 Neuss : BMW fährt in Frankreich hinterher

Zwei Wochen nach dem Doppelsieg in Kanada fuhren Robert Kubica und Nick Heidfeld im freien Training zum Frankreich-Grand-Prix hinterher. Bester Deutscher war Sebastian Vettel.

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Robert Kubica im BMW-Sauber

Die Formel-1-Himmelsstürmer von BMW sind in der französischen Provinz unsanft auf dem harten Boden der Realität gelandet. Zwei Wochen nach dem Doppelsieg von Montreal spielten der Pole Robert Kubica und der Mönchengladbacher Nick Heidfeld im freien Training zum vielleicht letzten Rennen in Magny-Cours (Sonntag 14 Uhr/live bei Premiere und RTL) zunächst nur eine Nebenrolle.

Der neue WM-Spitzenreiter Kubica musste sich im BMW-Sauber mit Platz sieben begnügen. Direkt dahinter folgte Teamkollege Heidfeld als Achter. Schnellster der fünf deutschen Fahrer war überraschend Sebastian Vettel (Heppenheim), der im Toro Rosso auf Rang sechs fuhr. Das Tempo an der Spitze bestimmten wieder die Erzrivalen Ferrari und McLaren-Mercedes.

Massa fährt Bestzeit

Der Brasilianer Felipe Massa fuhr im Ferrari in 1:15,306 Minuten Bestzeit vor dem zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso aus Spanien im Renault (1:15,778). Den dritten Rang belegte Weltmeister Kimi Räikkönen (Finnland/1:15,999) im Ferrari vor dem Silberpfeil-Star Lewis Hamilton (Großbritannien/1:16,002). Nico Rosberg (Wiesbaden) landete im Williams auf Position elf, Toyota-Pilot Timo Glock (Wersau) belegte den 14. Rang. Adrian Sutil (Gräfelfing) steht im Force-India-Ferrari zunächst auf dem 20. und letzten Platz.

In der WM-Wertung führt Kubica vor dem achten WM-Lauf am Sonntag (14.00 Uhr/live bei Premiere und RTL) mit 42 Punkten. Dahinter liegen Massa und Hamilton gleichauf (jeweils 38) vor Räikkönen (35).

Für Kubica war schon nach dem Triumph in Kanada klar, dass sich dieser Feiertag wohl nicht so schnell wiederholen wird. "Es war ein gutes Wochenende in Kanada, aber wir dürfen jetzt nicht abheben und müssen weiterhin hart arbeiten. Wir liegen noch hinter Ferrari und McLaren und müssen schnellstens aufholen", sagt der erste polnische Formel-1-Sieger. Auch Heidfeld hat die Wirklichkeit nicht aus den Augen verloren: "Wir hatten in Montreal Glück.

Theissen: "Team liegt voll im Plan"

Deshalb darf man nicht davon ausgehen, dass wir jetzt gewinnen." Laut BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen liegt das Team voll im Plan. Ziel sei es gewesen, 2008 aus dem Zweikampf an der Spitze einen Dreikampf zu machen und das erste Rennen zu gewinnen. Beides habe man nach nur sieben Rennen bereits erfüllt. Deshalb lehne man sich jetzt aber nicht zurück. Theissen: "Die Richtung stimmt, wir werden den Weg konsequent weiter gehen. Das ganze Team ist hoch motiviert und will den bisherigen Erfolgen weitere hinzufügen."

Heidfeld, der bislang eindeutig in Kubicas Schatten stand, ist nach dem zweiten Platz in Montreal und erfolgreichen Testfahrten in Barcelona zuversichtlich, dass die Wende gelingt. "Ich denke, dass wir einige Fortschritte gemacht haben, die mir nicht nur im Rennen, sondern auch im Qualifying helfen. Das Auto ist jetzt schneller und einfacher zu fahren", meint "Quick Nick", der die bisherigen sieben Qualifying-Duelle gegen seinen Teamkollegen alle verloren hat.

Räikkönen, der nach den Nullnummern in Monte Carlo und Montreal unbedingt punkten will, sieht in Kubica keinen ernsthaften Rivalen in dieser Saison. Hauptgegner im Titelrennen sei nach wie vor Hamilton, der ihn in Kanada an der roten Ampel in der Boxengasse abgeschossen hatte. Wegen dieses Zwischenfalls hatten beide im Ferrari-Motorhome in Magny-Cours eine Aussprache. Hamilton entschuldigte sich, damit ist das Thema endgültig erledigt. Der Brite wird zur Strafe in der Startaufstellung in Frankreich zehn Plätze zurückversetzt.