2008.06.21 Neuss : Deutschland-Achter liefert ordentliches Debüt

Bei seinem Debüt hat der neuformierte Deutschland-Achter ein ordentliches Ergebnis erreicht. In Posen landete das Großboot in einem Bahnverteilungsrennen auf Platz zwei.

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Platz zwei für den Deutschland-Achter

Der neuformierte Deutschland-Achter hat beim Weltcup-Finale der Ruderer in Posen ein ordentliches Debüt gegeben. Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) belegte beim Weltcup-Finale in Posen in einem Bahnverteilungsrennen für das Finale mit einer dreiviertel Länge Rückstand Platz zwei hinter dem WM-Dritten Großbritannien und lieferte damit in seinem ersten Rennen eine ordentliche Vorstellung ab. "Damit bin ich zufrieden. Es sind aber noch ein paar Reserven da. Jede Mannschaft hat im Finale noch etwas mehr anzubieten", sagte Achter-Trainer Christian Viedt.

Im Endlauf am Sonntag trifft das Großboot um Schlagmann Matthias Flach (Rostock) erneut auf die Briten sowie die im Vorlauf weit abgeschlagenen Polen. "Die Briten sind ein guter Maßstab. Wir haben schon ganz gut mitgehalten", meinte Flach. Zahlreiche Top-Nationen im Achter wie Weltmeister Kanada, Olympiasieger USA, Australien und China sind in Posen allerdings nicht am Start und bereiten sich schon auf die Olympischen Spiele in Peking vor.

Zehn Boote des DRV haben die Finals erreicht

Insgesamt ist der DRV bei der Olympia-Generalprobe in den Endläufen auf dem Maltasee mit zehn Booten vertreten. "Wir haben unsere Pflicht erfüllt und sind einen Schritt nach vorne gekommen", so Sportdirektor Michael Müller, der ebenso wie Präsident Siegfried Kaidel nach der Ausmusterung von sechs Achter-Weltmeistern von 2006 und der Entmachtung von Bundestrainer Dieter Grahn unter Druck steht. Die alte Achter-Crew wurde als amtierender Vize-Weltmeister nach den Plätzen vier in München und fünf in Luzern fast komplett ausgetauscht.

Wie groß die Leistungsfähigkeit der neuen Mannschaft ist und ob die Vorbereitungszeit für Peking ausreicht, bleibt abzuwarten. "Das ist alles Spekulation. Natürlich wäre ein weiterer Wettkampf gut gewesen, aber wir müssen jetzt damit auskommen", erklärte Viedt.

Der Weltcup in Posen, dem WM-Austragungsort 2009, ist ohnehin schwer einzuschätzen, da die Teilnehmerzahlen sehr übersichtlich sind. So wurde der Doppelvierer der Frauen überhaupt nicht ausgetragen. Der DRV will die Endläufe aber nutzen, um nach dem bisher enttäuschenden Saisonverlauf neues Selbstvertrauen zu tanken. In Peking ist die deutsche Flotte in 13 der 14 olympischen Klassen vertreten. Auf einen möglichen Start bei der Olympia-Qualifikation im Einer der Frauen verzichtete der Verband mangels Endlauf-Perspektive bei den Sommerspielen.