2008.06.22 Neuss : Abraham boxt Miranda in Runde vier K.o.

Mit einem K.o.-Sieg in der vierten Runde hat sich Arthur Abraham bei seiner Box-Premiere in den USA für den Kieferbruch aus dem ersten Kampf gegen Edison Miranda revanchiert.

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Arthur Abraham überzeugte in den USA

Arthur Abraham hat bei seiner Premiere in den USA überzeugt und sich bei Edison Miranda für den Kieferbruch aus dem ersten Kampf revanchiert. Der Berliner schlug Miranda in der vierten Runde insgesamt dreimal zu Boden, nach einer harten Linken zum Kopf des Kolumbianers brach der Ringrichter den Fight ab.

Kein Titel im Spiel

In dem Kampf im Supermittelgewicht ging es nicht um einen Titel. Abraham wollte sich in den USA präsentieren und für einen möglichen Superfight gegen WBC/WBO-Champion Kelly Pavlik ins Gespräch bringen. Außerdem wollte er die Scharte vom September 2006 auswetzen, als ihm Miranda einen doppelten Kieferbruch zugefügt hatte. Beides ist dem gebürtigen Armenier eindrucksvoll gelungen.

Überzeugender hätte der Berliner sein US-Debüt nicht feiern können. Schon nach 1:13 Sekunden der vierten Runde schickte er in Hollywood/Florida den Kolumbianer Edison Miranda nach zwei vorherigen Niederschlägen mit einem krachenden linken Haken endgültig ins Reich der Träume. Alles, was sich der Boxer und sein Camp erhofft hatten, ist in der Nacht zum Sonntag aufgegangen - und noch mehr. "Mit einem K.o. schon in der vierten Runde habe ich wirklich nicht gerechnet", sagte Promoter Wilfried Sauerland, "ich hatte auf einen Knockout in den späteren Runden gehofft."

"Ich habe bewiesen, dass ich schlauer bin als er", sagte Abraham nach dem Fight, "im Ring gewinnt nicht der, der wie ein Bodybuilder aussieht." Abraham bleibt damit ungeschlagen und feierte den 22. K.o.-Sieg im 27. Kampf. Miranda musste die dritte Niederlage im 33. Fight hinnehmen. Für Abraham steht nun im Oktober die Pflichtverteidigung seines IBF-Titels im Mittelgewicht gegen den US-Amerikaner Raul Marquez an, bevor im Januar oder Februar der Kampf gegen Pavlik in den USA steigen soll.

Hamburger Sartison unterliegt Kessler

Der Hamburger Box-Profi Dimitri Sartison ist unterdessen bei seinem ersten Kampf um eine Weltmeisterschaft gescheitert. Der gebürtige Kasache unterlag in Kopenhagen im Fight um den vakanten Titel der WBA im Supermittelgewicht dem Dänen Mikkel Kessler durch K.o. in der zwölften Runde. Der 28-Jährige musste damit im 23. Kampf seine erste Niederlage hinnehmen. Kessler hatte seine einzige Niederlage in 41 Kämpfen im November 2007 gegen den walisischen Superstar Joe Calzaghe erlitten.

Trotz der Niederlage bot Sartison vor 3500 Zuschauern eine gute Leistung und trug seinen Teil zu einem hochklassigen und mit enormem Tempo geführten Kampf bei. In der ersten Runde traf er seinen 29 Jahre alten Gegner auch mit einem schweren Wirkungstreffer. Im Laufe des Kampfes aber setzte sich die enorme physische Überlegenheit des Dänen immer mehr durch. Zum Zeitpunkt des Niederschlags lag Sartison auf allen Punktzetteln klar hinten.

Kreislaufzusammenbruch noch im Ring

Der Hamburger kollabierte nach dem Kampf mit einem Kreislaufzusammenbruch in seiner Ringecke und musste die Nacht zur Sicherheit in einem Krankenhaus verbringen. Nächster Herausforderer für Kessler soll nun Danilo Häußler (Frankfurt/Oder) werden. Kesslers Promoter Mogens Palle will den Kampf aber nicht machen: "Wenn man sieht, was Kessler mit Sartison gemacht hat, weiß jeder, dass Häußler diesen Kampf nicht überleben würde."