2008.06.25 Neuss : Formel 1 im nächsten Jahr mit 19 Rennen

Die Weltmeisterschaft in der Formel 1 wird im nächsten Jahr auf insgesamt 19 Rennen aufgestockt. Das Saison-Finale findet 2009 erstmals in Abu Dhabi statt.

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Im nächsten Jahr soll es 19 Formel-1-Rennen geben

Das längste Titelrennen aller Zeiten kommt im nächsten Jahr auf die Formel 1 zu. Erstmals findet 2009 ein Grand Prix von Abu Dhabi statt, wo bei der Premiere am 15. November gleich das Finale steigt. Die Königsklasse wird damit in einem zweiten arabischen Land neben Bahrain Station machen.

Die neue Rennstrecke in Abu Dhabi ist auf der 2500 Hektar großen Insel Yas entstanden, für den Bau ist Formel-1-Architekt Hermann Tilke aus Aachen verantwortlich. Die Streckenlänge soll 5,5km betragen.

"Wir haben einige Hügel aufgeschüttet, so dass die Strecke auf und ab gehen wird. Ein Teil der Strecke wird permanent sein, die restlichen 2,5 Kilometer werden durch die Stadt führen, vorbei am Yachthafen", sagte Tilke, der bereits die Grand-Prix-Strecken in Malaysia, China, Bahrain und der Türkei gebaut hat.

Der neue WM-Kurs in Abu Dhabi ist Teil eines großangelegten Tourismus-Projektes, das mit 40 Milliarden Dollar veranschlagt ist. Auf dem Eiland sollen auch ein Ferrari-Park mit eigenem Museum und Theater sowie eine Fahrer-Schule, Kartbahnen, Dünenkurse, drei Golfanlagen und Hotels zu Urlauber-Attraktionen werden.

Zwei Rennen in Deutschland unwahrscheinlich

Durch das zusätzliche Rennen wird der WM-Kalender um einen WM-Lauf auf dann 19 Rennen aufgestockt, zwei WM-Rennen in Deutschland rücken damit in weite Ferne.

Für Deutschland ist am 12. Juli 2009 nach einem Jahr Pause aufgrund der Rotation mit Hockenheim dann wieder der Nürburgring Schauplatz der Königsklasse. Das gab der Automobil-Weltverband FIA bekannt, der am Mittwoch einen provisorischen Terminkalender für 2009 veröffentlichte. Da der Nürburgring und Hockenheim seit Jahren ein Minus mit der Königsklasse machen, wird sich am jährlichen Wechselspiel vorerst nichts ändern. Und das, obwohl das Autoland Deutschland auch ohne die Familie Schumacher die größte Streitmacht stellt: fünf Fahrer (Nick Heidfeld, Nico Rosberg, Sebastian Vettel, Timo Glock und Adrian Sutil) sowie zwei Hersteller (BMW und Mercedes).

Erweiterung des Rennkalenders geplant

Der WM-Auftakt ist am 29. März traditionell in Melbourne in Australien. Sao Paulo/Brasilien, das zuletzt der Schauplatz des WM-Finales war, wurde vorverlegt und geht nun am 1. November als vorletztes Saisonrennen über die Bühne.

Der von vielen ungeliebte Frankreich-Grand-Prix steigt auch im kommenden Jahr wieder in Magny-Cours (28. Juni). Alle 18 Rennen von diesem Jahr sind im WM-Kalender 2009 erneut ein fester Bestandteil. 2005 gab es schon einmal 19 Rennen, allerdings nicht über einen so langen Zeitraum. Damals endete die Saison am 16. Oktober, einen Monat früher als im nächsten Jahr.

Laut Formel-1-Boss Bernie Ecclestone stünden neben Abu Dhabi weitere Bewerber Schlange. "Fünf Länder warten nur noch auf grünes Licht", sagte der Engländer, der den Kalender insgesamt auf 20 Rennen ausweiten will. Zu den aussichtsreichsten Kandidaten zählen jetzt Mexiko, Indien, Russland und Südkorea.

Auch Nachtrennen sind geplant

Um die Formel 1 attraktiver zu gestalten, plant Ecclestone mindestens drei Nachtrennen pro Jahr. In dieser Saison wird am 28. September in Singapur das erste Flutlichtrennen der Geschichte gefahren.

Ecclestone will die Formel-1-WM langfristig im Mittleren Osten etablieren. "Ich bin überzeugt, dass Bahrain und Abu Dhabi künftig gut zusammenarbeiten und der Formel 1 in diesem Teil der Welt zum Erfolg verhelfen werden", sagte der Brite.