2008.06.27 Neuss : Sechs "Golden Girls" auch in Peking dabei

Sechs Wochen vor Olympia steht das deutsche Hockey-Aufgebot für die Sommerspiele fest. Bundestrainer Michael Behrmann nominierte sechs Goldmedaillengewinnerinnen von Athen.

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Der Olympia-Kader der deutschen Hockey-Frauen steht fest

Hockey-Bundestrainer Michael Behrmann hat sechs Wochen vor dem Beginn der Olympischen Spiele seinen Kader für das Turnier in Peking berufen, wo die Frauen des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) als Athen-Olympiasieger gefordert sind. Im 16-köpfigen Aufgebot stehen noch sechs "Golden Girls", die 2004 im Finale gegen die Niederlande triumphierten.

Eckpfeiler in der Auswahl sind Mannschaftskapitän Marion Rodewald (RW Köln), Abwehrchefin Tina Bachmann (Eintracht Braunschweig), Mittelfeld-Regisseurin Fanny Rinne (HDM Den Haag) und Rekordtorschützin Natascha Keller (Berliner HC), die in Peking bereits ihre vierten Olympischen Spiele bestreitet. Auch Mandy Haase (Mannheimer HC) und Anke Kühn (Braunschweig) gehörten bereits dem "Wundertüten-Team" von 2004 an.

Da erstmals bei Olympischen Spielen neben den 16 festen Kaderspielerinnen zwei Ersatzspielerinnen benannt werden dürfen, die im Falle einer Verletzung oder Erkrankung noch während des Turniers nachrücken können, nominiert Behrmann nur eine Torhüterin. Die Entscheidung zwischen der Hamburgerin Kristina Reynolds und der Kölnerin Yvonne Frank wird der Bundestrainer aber erst nach dem Vier-Nationen-Turnier vom 4. bis 6. Juli in Bremen treffen.

Die zweite Torfrau fährt als Ersatz in die chinesische Hauptstadt mit. Als eventuelle Nachrückerin für das Feld nominierte der Hamburger Coach wegen ihrer Vielseitigkeit die 21 Jahre alte Mittelfeldspielerin Lina Geyer (SW Neuss), die auch in Abwehr und Angriff eingesetzt werden kann.

"In den einzelnen Blöcken war der Kampf um den letzten Platz sehr eng, alle haben sehr gut mitgezogen", sagte Behrmann, der seine Spielerinnen am Freitagnachmittag von seiner Entscheidung informierte: "Ich bin überzeugt, dass wir jetzt das Team zusammenhaben, mit dem wir maximalen Erfolg haben können."

Nicht mehr auf den Zug nach Peking aufspringen konnte Rekordnationalspielerin Nadine Ernsting-Krienke. Die Braunschweigerin war nach zwei Knieoperationen fast ein Jahr komplett ausgefallen. Die 32-Jährige, die in Peking ihre fünften Spiele bestritten hätte, wurde nicht mehr rechtzeitig fit, auch beim Lehrgang vor einer Woche in Hamburg hatte sie noch Knieprobleme. Auch Stürmerin Anneke Böhmert (Hamburg) konnte ihren Mittelhandbruch, den sie bei der Champions Triophy in Mönchengladbach im Mai erlitten hatte, nicht rechtzeitig auskurieren.

Der Damen-Kader des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) für Peking:

Torwart: Ivonne Frank (RW Köln) oder Kristina Reynolds (HTHC Hamburg)

Abwehr: Tina Bachmann (Eintracht Braunschweig), Julia Müller (MHC Laren), Janne Müller-Wieland (Uhlenhorster HC Hamburg), Mandy Haase (Mannheimer HC), Martina Heinlein (Alster Hamburg)

Mittelfeld: Anke Kühn (Eintracht Braunschweig), Fanny Rinne (HDM Den Haag), Marion Rodewald (RW Köln), Christina Schütze (RW Köln), Pia Eidmann (RW Köln) - Ersatz: Lina Geyer (SW Neuß)

Angriff: Natascha Keller (Berliner HC), Maike Stöckel (RW Köln), Eileen Hoffmann (RW Köln), Janine Beermann (Nijmegen MHC), Katharina Scholz (Münchner SC)